Phi Phi Islands - Das verlorene Paradies

So manch ein Mensch ist ständig auf der Suche, nach dem Traumort schlechthin. Einsame weiße Strände mit kristallklarem Wasser und einer Palme die Schatten spendet! Ganz alleine am Strand...eine Illusion wie wir nach unzähligen Stränden die wir dieses Jahr besucht haben berichten können! Verärgert wirft der Mensch seine Bierdose achtlos auf den Strand und beschwert sich, dass hier nicht das versprochene Paradies zu finden ist!

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Spätestens als wir die Fähre von Ao Nang nach Koh Phi Phi besteigen, hätte uns klar sein müssen, dass wir zirka 30 bis 40 Jahre zu spät dran sind, diesen Ort zu besuchen! Das Boot wäre vielleicht für 150 Passagiere ausgelegt gewesen, an Bord mindestens 400! Angekommen auf Phi Phi bezahlen wir die 20 Baht Eintritt für den „Nationalpark“. Drängen uns vorbei an den ganzen Idioten die nur hier sind um sich tagelang volllaufen zu lassen, die einst traumhaften Strände vollzumüllen um zuhause zu behaupten wie traumhaft die Insel in der Andamanensee ist.

 

Wir wussten dass es touristisch sein wird und versteht uns nicht falsch, jeder soll das Recht haben jeden Ort der Welt zu besuchen, außerdem ist uns sehr wohl klar, dass auch wir Touristen sind. Was Thailand auf dieser Insel jedoch zulässt sucht seinesgleichen. Die Strände bis obenhin überfüllt und das noch in der Vorsaison! Müll, Baustellen neuer Luxus Tempel und Menschen aus aller Welt die wie Sardinen vor dem türkisblauen Meer liegen! Schrecklich!

 

Die Preise hier auf Phi Phi sind zwar für europäische Verhältnisse noch immer günstig jedoch mindestens fünf mal so hoch wie im Norden Thailands. Jeder Thai weis hier genau, wie er einem das Geld aus der Tasche zieht aber damit haben wir kein Problem! Wir haben gesehen wie es so manchen Thailänder geht, da haben wir kein Problem, mehr zu bezahlen...wer weis wieviel sie/er von diesem Geld behalten darf.

The Beach - Auf den Spuren DiCaprios

Wer den Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio gesehen hat, weis wovon wir sprechen! Der Strand, welcher sich auf der unbewohnten Nachbarinsel Phi Phi Leh befindet ist umgeben von hohen Kalkfelsen und nur mit dem Boot erreichbar. Phi Phi Leh ist ein Nationalpark und jeder der ankommt bezahlt eine Gebühr von rund 12 EUR pro Person (Stand November 2017). Tagtäglich werden bis zu 10.000 Besucher auf den Strand geschippert. 

 

„Besteht die Möglichkeit den Strand für uns zu haben?“ fragten wir Chell, den Longtail Boot Fahrer, den wir am Abend vor unserem geplanten Trip zum berühmten Beach im Hafen kennengelernt haben. Mit seinem coolen Hut und einem breiten Grinsen übers Gesicht sagt er zu uns: „It depends on you, we can go whenever you want!“ Er machte sein Geschäft des Tages mit uns, das war uns allen drei klar und zwei von uns egal! Offen blieb nur ob Chell vertrauenswürdig war. 

Am nächsten Tag, stapften wir kurz nach 5 Uhr Morgens durch das knöcheltiefe Wasser. Durch die Ebbe standen die Long Tail Boote 300 Meter weiter weg vom Ufer als noch am Vortag. Schon von weitem rief uns Chell zu...zum Glück, er hatte uns nicht sitzen gelassen. Es war stockfinster, der Himmel sternenklar und alles was wir hörten war unser Stapfen durchs Wasser und das Starten des Motors.  

Maya Bay

Wir fuhren los, die ersten 10 Minuten sahen wir absolut nichts, danach blitzte langsam die Sonne am Horizont auf und wir grinsten über beide Ohren! Nach weiteren 10 Minuten drehte das Boot langsam in die Lagune. Da war der Anblick. Jene Kulisse die wir nur aus dem Film kannten. Es war gigantisch! Wir stiegen aus dem Boot in das kristallklare Wasser, der Sand auf unseren Füßen schneeweiß und weich wie Puderzucker. Wir schauten uns um, schauten nach rechts, nach links und nach oben! Hier ist keine Menschen Seele!

 

Chell hatte nicht gelogen.

Wir fragten ihn am Vortag, wieviele Menschen am Beach sein werden, wenn wir um halb sechs los fahren. Er schrieb eine 4 in den Sand, und um 8 Uhr? Er wischte die 4 weg und malte eine 100 in den Sand...und um 11 Uhr fragen wir, er fügte noch zwei Nullen hinzu!  Und genau so war es, am Strand joggte der Kassier des Nationalparks, am Boot stand Chell und wir zwei standen auf THE BEACH...4 Leute...wie versprochen! 

 

Wir machten ein paar Fotos, filmten uns kurz und setzten uns danach an den Wasserrand! Wir konnten uns kaum satt sehen. Es war beinahe kitschig dennoch holten wir das iPhone raus, drückten Play und „Pure Shore“ der Titelsong von The Beach erklang. Was für ein Gefühl! 

 

Alles was wir in diesem Moment hörten, war das leise plätschern der Lagune und das Zwitschern der Vögel die auch schon munter waren. Langsam kam die Sonne raus und die Farben des Wasser vor uns wurden noch intensiver und noch unglaublicher. Der Sand so weich und weiß, dass wir glaubten wir würden in einem riesigen Mehltopf sitzen. Wenige Minuten hatten wir wieder einmal einen dieser "Tanja-Christoph-Momente" die diese Reise so besonders machen. 

Zirka 15 Minuten später wurde dieser romantische Moment vom Geräusch von Motorbooten zerstört. Es ging Schlag auf Schlag, immer mehr Boote rasten in die Lagune, bald war der Strand überfüllt mit Menschenmassen. Biertrinkende Bodybuilder Proleten und sich im Sand rekelnde, aufgetakelte möchtegern Instagram Models übernahmen den Beach! Wir schauten uns, dankbar für die kurze Zeit, an und beschlossen zurück zu Chell zu gehen um mit dem Boot wieder Richtung Koh Phi Phi zu fahren.

Ironisch

und traurig zu gleich ist eigentlich, dass der Hollywoodklassiker (basierend auf dem gleichnamige Buch von Alex Garland) die Message des "Backpacker-Abenteuers fernab vom Massentourismus" vermitteln möchte. Was allerdings erschaffen wurde, ist genau das Gegenteil!

 

Egal wo man auf dieser Welt ist, wenn man nicht zu Hause ist, ist man immer ein Tourist. Ganz egal ob man auf Low Budget mit dem Rucksack durch Südostasien reist oder sich einen 14 tägigen Luxusurlaub leistet. Wichtig wäre aber vielleicht, sich nicht wie ein typischer Tourist zu verhalten. Darauf zu achten, dass gewissen Fleckchen auf dieser Erde auch in 50 und mehr Jahren noch genau so schön sind wie sie einst waren oder heute sind, sollte unser aller oberstes Ziel sein.

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Kommentare: 6
  • #1

    Friederike (Montag, 27 November 2017 19:53)

    So schön und doch so traurig.Schade das ihr es nicht länger genießen konntet.Lg.

  • #2

    angie (Dienstag, 28 November 2017 07:09)

    ......ein sehr nachdenklicher artikel, der zeigt, wie wichtig es ist, dass wir achtsam mit unserer erde umgehen müssen! leider vergessen das manchmal menschen und nehmen sich rechte heraus, die ihnen eigentlich gar nicht zustehen :( für die letzten wochen wünsche ich euch, dass ihr noch viele nette menschen kennenlernt und das unglaublich schöne thailand in vollen zügen genießen könnt - bis bald!!!!

  • #3

    Plutti (Mittwoch, 29 November 2017 10:54)

    Das ist wirklich immer wieder traurig wie die Menschen die Natur rücksichtslos behandeln, nur damit sie ein Häckchen auf derToDo-Liste machen können �. Super, dass ihr "The Beach" aber auch mit anderen Augen sehen konntet! Und Chell ist jetzt sicher auch happy �

  • #4

    Tanja und Christoph (Donnerstag, 30 November 2017)

    Da hast Du recht liebe Fritzi - wären auch gerne noch ein paar Minuten für uns gewesen aber wir nehmen, diesen Augenblick für immer mit! Ganz liebe Grüße nach Hause

  • #5

    Tanja und Christoph (Donnerstag, 30 November 2017 12:34)

    Das stimmt leider liebe Angie - das wünschen wir uns auch und sind schon gespannt wie die verschneite Heimat aussieht! Ganz liebe Grüße nach Hause

  • #6

    Tanja und Christoph (Donnerstag, 30 November 2017 12:35)

    Da geben wir Dir vollkommen recht liebe Plutti und ja Chell ist ganz sicher auch happy ;-) uns ist aber vorgekommen der ist sowieso immer happy - kein wunder bei diesem Paradies vor der Haustür! Ganz liebe Grüße nach Hause