Wie wir ein wenig brauchten, um Bali richtig zu verstehen

Wir steigen am internationalen Flughafen von Denpasar aus, die Hitze ist drückend, wir steigen in den Flughafentransport und fahren los. Die Straßen sind voll, chaotisch, voller Roller die wie verrückt durch die Straßen rasen. Nach unserer Zeit in Australien erleben wir einen regelrechten Kulturschock.

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Angekommen in unserer traumhaften AirBnB Unterkunft Villa Merci, ein wenig ausserhalb von Seminyak, werden wir von Julie unserer AirBnB Gastgeberin empfangen. Die kleine Französin kennt Bali wie Ihre Westentasche und hatte während unseres gesamten Aufenthalts immer super Empfehlungen für uns. Wir fallen völlig erschöpft ins Bett.

 

Am nächsten Tag erkunden wir ganz langsam die ersten Straßen von Seminyak. Wir trauen unseren Augen nicht - tausende von Menschen, vierköpfige Familien auf einem Roller - eine Straßenküche nach der anderen, Marktleben und dazu die unglaubliche Hitze. Wir schauen uns fragend an. Seminyak gilt als einer der belebteste und gleichzeitig einer der beliebtesten Orte auf Bali. Wo ist dieses unglaubliche Bali von dem tausende von Backpackern schwärmen?

 

Wir mieten einen Roller und sind richtig stolz die erste Fahrt zurück in unsere Unterkunft gut überstanden zu haben. Es gibt zwar unfassbare viele Taxis auf Bali und auch UBER funktioniert hier relativ gut aber wenn man wirklich unabhängig sein möchte braucht man auf dieser Insel einfach ein Moped!

Seminyak und Canggu

Neben Ubud wohl die beiden angesagtesten Orte auf Bali. Ist man erstmal durch das Verkehrschaos zwischen den beiden Orten durch, findet man dann genau dieses Bali nachdem wir gesucht haben. Coole Cafes und Restaurants, Marktstände mit wirklich schöner Kunst, Tattoo-& Yoga Studios, Spa und Wellness Tempel - und das Beste daran - Preise wie im Schlaraffenland!

 

Wir spüren den Wind in unseren Gesichtern als wir mit unserem Roller durch die Stadt düsen. Nach einem eineinhalb Stunden langen Yoga-Retreat im "Yoga 108 Seminyak" sitzen wir mit einem frischen Smoothie im Earth Cafe. Wir sehen uns an lächeln und sagen - langsam verstehen wir! Nach einem leckeren Nasi Goreng im Ginger Moon beschließen wir unserem Körper weiter Gutes zu tun. Für unserer einstündige Massage, Pedi- & Maniküre für Tanja im Carla Spa löhnen wir gerade mal umgerechnet 21 EUR - Wir sagen es ja - Schlaraffenland!

 

Wer einfach nur den Strand genießen, eine Welle reiten möchte oder bei einem gemütlichen Drink einen der schönsten Sonnenuntergänge der Welt sehen will der sollte sich gegen 17 Uhr am Beach von Canggu niederlassen! Die Sonne taucht hier gegen 18 Uhr in den schönsten Farben ins Meer ein und hinterlässt einen unglaublichen orange-rosaroten Himmel. Danach vielleicht auf ein kaltes Bintang und einen leckeren Burger ins Old Man's. Bei Live-Musik trifft sich hier die ganze Welt! Highly recommended.

Im Sarong in die unzähligen Tempel Balis

Indonesien ist überwiegen muslimisch, Bali jedoch zu über 90% hinduistisch. Die Anzahl und Vielfalt der Tempel auf der kleinen Insel ist beeindruckend. Wer in einen der Tempel möchte muss einen Wickelrock, einen sogenannten Sarong tragen oder zumindest sein Beine bedeckt haben (sowohl Frauen als auch Männer!). Im Gegensatz zu Tempeln in Thailand, die nur so protzen, sind die Tempel hier auf Bali eher schlicht aber keineswegs weniger beeindruckend. Zwischen den vielen Steinbauten finden sich Opfergaben aus Bananenblättern. Die Stimmung in den Tempeln Balis ist eine ganz Besondere. Alle Besucher durchstreifen langsam und andächtig die heiligen Stätte. Narrenfreiheit haben hier nur die Affen die teilweise die Herrschaft über so manchen Tempel übernommen haben! Hier heißt es Handy, Kamera & Brillen ordentlich festhalten!

Auf den Reisterrassen in Ubud

Die Messlatte für Ubud lag hoch! Wer von Bali spricht, spricht von Ubud und wer von Ubud spricht - der schwärmt! Wir wurden nicht enttäuscht! Zuerst besuchten wir die wunderschönen Reisterrassen Tegalalang. Gegen eine kleine Gebühr von zirka 3 EUR betritt man die lebende Fototapete. Ähnlich wie am Machu Picchu in Peru ist es hier völlig egal wo man steht, wie gut man fotografieren kann oder das Licht steht. Hier ist es unmöglich ein schlechtes Foto zu machen! Ein wenig Achtung sei geboten beim Durchstreifen der Reiseterrassen. Wer hier mal einen Schritt zu weit nach rechts oder links tut versinkt bis zu den Knien im Schlamm. 

 

Trotz der unfassbaren Hitze sollte man den Weg auch hinter den Hügel der ersten Reisterrassen wagen. Dahinter warten noch weitere unglaubliche Foto-Spots die man auf keinen Fall verpassen sollte!

 

Wer das Handeln an Marktständen liebt, der wird sich am Ubud Market so richtig wohl fühlen! Hier gibt es alles was das Herz begeehrt und das zu Preisen die einen die Schamesröte ins Gesicht treibt. Wir haben mindestens 2 Stunden dort verbracht, Shirts, Hosen, Yogataschen, Handtaschen, Kaffee und kleine Holzschnitzereien gekauft - mehr als rund 25 EUR fehlten am Ende des Tages trotzdem nicht in unserer Geldtasche. Ein Paradies. 

 

Die Indoneser lieben das Handeln - kleiner Tipp für Sparfüchse: Auch wenn der Ausgangspreis schon ein Schnäppchen ist, Ihr könnt ruhig mal mit nur einem Drittel des Preises als Gegenangebot starten - dann heißt es aber hart bleiben ;-) Am Schluss werden aber immer beide Parteien glücklich sein und sich denken: "Den hab ich jetzt schön über den Tisch gezogen!"

Vorsicht Affen! - Monkey Forest Ubud

Von der Ferne sehen sie ja zuckersüß aus, aber diese kleinen Racker haben es faustdick hinter den Ohren. Wer Lust hat Affen in einer freien Umgebung zu beobachten, der ist im Monkey Forest nahe Ubud genau richtig! Die Eintrittspreise sind zu vernachlässigen - der Spaß mit den Kleinen aber nicht!

 

Wer sich traut kann sich Bananen kaufen und die Affen von Ubud füttern. Auch hier ist aber Vorsicht geboten! Handys, Handtaschen, Fotoapparate und Sonnenbrillen ordentlich verstauen, sonst gehen die Kleinen damit stiften ;-) 

Mit dem Speedboot auf die Gili Inseln

Wer sich ein wenig Pause vom hektischen Treiben der Hauptinsel Bali gönnen möchte, dem können wir die Gili Inseln nur wärmstens empfehlen! Es sind 3 an der Zahl: Gili Trawangan, Gili Meno & Gili Air.

 

Nur welche ist nun aber die richtige Insel für Dich? Dass kommt darauf an wonach Du suchst! Wer auf Party aus ist, ist sicher mit der größten Insel Gili Trawangan am besten beraten. Gili Meno gilt als die romantische Insel. Ganz gechillt geht es auch auf Gili Air zu.

 

Wir entschieden uns dafür, die knapp 2 1/2 Stunden am Speedboot von Padang Bai nach Gili Air zu nehmen! Kleiner Tipp, schau dass Du einen Platz am Oberdeck bekommst - unten kocht es vor Hitze! Wer es gemütlicher angehen will kann auch die Fähre nehmen - diese braucht aber für die Überfahrt von Bali mindestens doppelt solange wie die Speedboote.

 

Auf Gili Air scheinen ähnlich wie auf Fiji die Uhren noch ein wenig anders zu gehen. Straßen gibt es keine, man geht zu Fuß oder nimmt das Rad. Das einzige Fortbewegungsmittel für mehr als eine Person sind die Kutschen die auf der Mini-Insel fahren. Wer ein Herz für Tiere hat, nimmt aber davon Abstand. Die Pferde werden stundenlang durch die unmenschliche Hitze die auf dieser Insel herrscht getrieben. Während übergewichtige Touris hinten auf der Kutsche lachen peitscht der Kutscher das Pferd die staubigen Wege hinunter! Ein bizarres Bild - wollten wir auf keinen Fall unterstützen!

 

Die eben schon angesprochen Hitze auf Gili Air ist fast unerträglich. Ich glaube wir haben dieses Jahr noch nie so sehr geschwitzt wie dort! Wer Abkühlung sucht, der sollte sich gegen einen geringen Beitrag eine Schnorchel-Ausrüstung holen! Was Ihr hier nur wenige Meter vom Strand entfernt im Wasser finden könnt ist unfassbar! 

Überstürzte Abreise aus Indonesien

So schön unser Aufenthalt auf Bali war, so abrupt endet er. Der Vulkan Agung (gleichzeitig höchster Berg Balis mit über 3.000m) wurde bereits wenige Tage nach unserer Ankunft als gefährlich eingestuft. Während unserer Zeit auf Gili Air spitzte sich die Lage immer mehr zu. Selbst Einheimische meinten, wenn Agung ausbricht sitzen hier alle mindestens 2-3 Wochen fest.

 

Die indonesische Regierung hatte dieses Szenario zwar perfekt unter Kontrolle, Menschen die im näheren Umkreis des gewaltigen Vulkans lebten wurden noch während unseres Aufenthalts evakuiert und auch der Informationsfluss zu den tausenden Touristen funktionierte einwandfrei! Uns wurde die Lage danach aber doch zu heiß und wir verließen Bali weit früher als geplant.

 

Wir hätten gerne noch mehr gesehen, wären gerne noch tiefer in dieses Bali-Feeling (welches es auf alle Fälle gibt) eingetaucht. Wir haben beschlossen auf alle Fälle wiederzukommen! Wir brauchen noch mehr, mehr aufregende Fahrten auf dem Roller, mehr Yoga Retreats, mehr unbeschwerte Abende bei unglaublichen Sonnenuntergängen, mehr Nasi Goreng, mehr von den freundlichsten Menschen der Welt. Mehr Bali!

 

 

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Kommentare: 12
  • #1

    Birgit (Sonntag, 01 Oktober 2017 11:47)

    Meeeeega toll geschrieben, ehrlich!!! Ach, da kommt das Bali Feeling wieder hoch. Der Tipp für Sparfüchse ist auch genial lol hat bei uns immer gut funktioniert, mal nur 1/3 des Preises anzubieten hehe. Echt voll super und ausführlich zusammengefasst :)

  • #2

    angie (Sonntag, 01 Oktober 2017 12:05)

    .....die fotos sind einfach wunderschön!!...und der bericht ausführlich und informativ, einziger kleiner haken - ich hab schon wieder fernweh :) lg nach singapur!

  • #3

    Sandra (Sonntag, 01 Oktober 2017 12:08)

    Wahnsinnig toll geschrieben! Und die Bilder erst! Da bekommt man so richtig Fernweh!

  • #4

    Heike (Sonntag, 01 Oktober 2017 12:23)

    Die tollen Eindrücke und Erlebnisse auf Bali perfekt in Wort und Bild festgehalten, einschließlich Bali Feeling!

  • #5

    Tanja und Christoph (Sonntag, 01 Oktober 2017 13:29)

    Hihi Birgit! Ja das hat immer super funktioniert - "Das Shirt kostet 6 EUR", "Ich geb dir 1,5 EUR!" hahaha - herrlich war das eine schöne Zeit! Danke für die lieben Worte

  • #6

    Tanja und Christoph (Sonntag, 01 Oktober 2017 13:30)

    Danke Mum :-) ja bei diesem Haken können wir aber nur sagen - rein ins Flugzeug! aber wartet bis das mit dem Vulkan vorbei ist ;-) Liebe Grüße nach Köflach :-)

  • #7

    Tanja und Christoph (Sonntag, 01 Oktober 2017 13:31)

    Danke liebe Sandra, freut uns dass es Dir gefällt! Bali sollte auf alle Fälle auf deine Liste :-)

  • #8

    Tanja und Christoph (Sonntag, 01 Oktober 2017 13:32)

    Danke liebe Heike :-) War eine schöne Zeit, schade das sie ein wenig früher enden musste! Wir holen den Rest dann im Jänner nach - bei Wurst- und Leberkässemmeln ;-) liebe Grüße nach Graz :-)

  • #9

    Thea (Sonntag, 01 Oktober 2017 19:35)

    Wieder super schöne Fotos und ein toller Bericht! Ich plane mit einer Freundin unsre Weltreise für nä Jahr-da steht Bali auch ganz oben :)

  • #10

    Sarah (Montag, 02 Oktober 2017 11:29)

    Sehr schöner Bericht mit einigen nützlichen Hinweisen :)
    Ich fliege jetzt am Mittwoch nach Bali (toi, toi, toi, dass der Agung noch ruhig bleibt) und bin schon sehr auf meinen ersten Aufenthalt nicht nur auf Bali, sondern insgesamt im asiatischen Raum gespannt.
    Wie lief denn der Informationsfluss der Behörden vor Ort zu den Touristen ab?

    LG

  • #11

    Tanja und Christoph (Dienstag, 03 Oktober 2017 06:31)

    Danke liebe Thea - dieses Ziel solltet Ihr auch ganz groß auf Eure Liste nehmen! Viel Spaß beim den Vorbereitungen :-)

  • #12

    Tanja und Christoph (Dienstag, 03 Oktober 2017 06:32)

    Danke liebe Sarah! Ja wir hoffen mal das der Vulkan ruhig bleibt, sowohl für Dich als auch für die Menschen auf der Insel! In der Online Zeitung Balis wurden täglich behördliche Updates gegeben an denen wir uns ein wenig anhalten konnten! Wünschen Dir eine schöne Zeit auf Bali! Ganz liebe Grüße Tanja und Christoph