Neuseeland Teil 3 - Ab ans Ende der Welt

Es gibt Ort auf dieser Welt, an denen man wirklich weit weg von seinem Zuhause ist - und dann gibt es noch Neuseeland - die Südinsel Neuseelands und das südlichste Ende der Südinsel Neuseelands. Somit befinden wir uns am weit entferntesten Punkt unserer Reise. Fast könnte man sagen, dass ab jetzt jeder Schritt Richtung Norden als Heimweg zählt.

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Ein Wiedersehen in Christchurch

Es hat sehr lange gedauert, aber nun war der Moment da, nach 2 Jahren konnte ich meine Schwester Birgit endlich wieder umarmen. Die Wiedersehensfreude am Flughafen von Christchurch war groß. Birgit lebt seit nunmehr fast 4 Jahren mit Ihrem Freund Julian in Australien. Die Beiden wollten sich schon länger einmal die Südinsel Neuseelands ansehen und somit gab es wohl für Birgit und mich keinen besseren Zeitpunkt sich wiederzusehen.

 

Die Pläne der beiden Aussies (Birgit ist seit kurzem Staatsbürgerin) deckten sich sehr gut mit unseren und somit ging es gleich nach der Ankunft Richtung Timaru. An diesem Abend ließen wir das Camper-Dasein mal bleiben und gönnten uns ein Zimmer im Hotel der Beide um das lang ersehnte Wiedersehen zu feiern!

Lake Tekapo und der majestätische Aoraki

Mit leichten Kopfschmerzen vom Feiern aber einer sehr guten Stimmung im Camper fuhren wir am nächsten Tag wieder ins Landesinnere. Blauer Himmel und Sonnenschein ließen die schneebedeckten Alpen auf die wir geradewegs zu fuhren, einfach nur wunderschön aussehen.

 

Immer weiter fuhren wir dem Winter entgegen und stoppten letzt endlich mit den gewohnten offenen Mündern beim Lake Tekapo. Mit seinen knapp 95qkm, umringt von verschneiten Bergen ist der ehemalige Gletschersee ein unbeschreiblicher Anblick. Das unglaubliche, kristallklare Wasser und die romantische Church of the Good Shepherd lassen diesen Ort zu einem weiteren Highlight Neuseelands werden.

 

Das kann man so schnell nicht toppen, dachten wir uns und wurden bereits nach einer kurzen 30 min. Fahrt mit dem Jucy eines Besseren belehrt. Lake Pukaki präsentiert sich nicht nur in den schönsten Farben die der Winter zu bieten hat, sondern auch noch die grandiose Aussicht auf den höchsten Berg Neuseelands. Mount Cook oder wie ihn die einheimischen Maori nennen Aoraki, ist mit seinen 3.724m unbestreitbar majestätisch.  

Schneealarm in Wanaka & Queenstown

 

Das kleine Örtchen Wanaka erinnerte uns sehr an so manche Skigebiete in Mitteleuropa. Hier am wunderschönen Lake Wanaka treffen sich, wanderbegeisterte Touristen, Snowboarder, Skifahrer und Party-People aus aller Welt. Der Ort ist abgelegten und trotzdem größer und vorallem schöner als gedacht. Eigentlich wollten wir hier einen klassischen "One-Night-Stand" einlegen und gleich am nächsten Morgen weiter nach Queenstown. Der kleine Ort hat es uns aber irgendwie angetan und somit verlängerten wir 4 um eine weiter Nacht.

 

Während wir in der Gemeinschaftsküche unser Abendessen vorbereiteten sahen wir im Fernsehen die Bilder anderer Teile Neuseelands die schon komplett vom Schnee-Chaos eingenommen wurden. Als wir die Küche verließen spürten wir die ersten Schneeflocken. Birgit grinste über beide Ohren, denn genau aus diesem Grund ist sie nach Neuseeland gekommen - um endlich wieder einmal Schnee zu sehen.

 

Der Schneesturm hat über die Nachtstunden die komplette Nordinsel eingenommen. Viele Orte die wir noch vor ein paar Tagen bei schönem Wetter besucht haben waren gesperrt oder nicht erreichbar. Hier auf der Südinsel ist das große Chaos ausgeblieben. Die Straßen waren zwar schneebedeckt aber bis dahin gefahrlos zu befahren.

 

Der Blick aus dem Fenster des Campers erinnerte mehrmals an die schöne Winterlandschaft zuhause in Österreich. Hohe schneebedeckte Berge, angezuckerte Wiesen & Wälder und das etwas doofe Gefühl nicht zu wissen, ob die nächste Kurve die im Schatten liegt nicht vielleicht eine einzige Eisplatte sein könnte.  

Nach Milford Sound - ans Ende der Welt

"Ist die Straße befahrbar?" "Ja, Ihr habt Glück!" "Na dann, los!!" 

 

Wir haben die Nacht in Te Anau verbracht - der Ausgangspunkt für das Fjordland im Süden Neuseelands. Milford Sound ist einer der 17 Fjorde die in diesem Gebiet durch Gletscher vor tausenden von Jahren geformt wurden. Ach ja und so ganz nebenbei ist Milford Sound auch für jeden Neuseeland Besucher DAS HIGHLIGHT schlechthin!

 

In den Wintermonaten ist die Straße von Te Anau nach Milford Sound öfters mal nicht befahrbar. Wir hatten aber wie gesagt Glück. Zirka 120 km schlängelt sich die Straße durch Schluchten. Die Berge rechts und links sind gewaltig und unbeschreiblich schön! Es ist eiskalt und wir sitzen zu viert im Mietauto von Birgit und Julian - unser Jucy hätte die Fahrt dorthin wohl nicht mitgemacht. Kurz vor Milford Sound erreichen wir den wohl verrücktesten Tunnel, durch den wir je gefahren sind. Der Homer Tunnel mit seinen knapp 1.200 Metern Länge und seinem 10%igem Gefälle lässt es im Auto mal für kurze Zeit ganz ganz still werden! 

 

Am anderen Ende angekommen, trauen wir unseren Augen nicht. Als hätte jemand den Wetter-Schalter umgelegt blitzt uns die Sonne ins Gesicht und der Himmel ist "Fetz-Blau" 

Was für ein Tag! Wir hatten unglaubliches Glück - an über 250 Tagen im Jahr regnet es hier in Milford Sound.

 

Die Bilder hier können unmöglich festhalten welch ein Naturschauspiel dort im Süden auf einen wartet (Zum Glück gibt es bald einen Vlog dazu). Man durchfährt kristallklares Gletscherwasser. Passiert Berge die zwischen 1.200 und 1.700 Meter aus dem Wasser zu wachsen scheinen. Jeder Regenfall schafft Dutzende vorübergehende Wasserfälle an den umgebenden Steilhängen, von denen einige eine Länge von 1000 Metern erreichen. An den Hängen wächst ein Regenwald und im Wasser tummeln sich Seelöwen und Robben. 

 

Die Bootsfahrt dauert gute eineinhalb Stunden und führt die gesamten 15 Kilometer durch den Fjord bis raus zur zur Tasmanischen See. Wieder einmal standen wir nur mit geöffneten Mündern da und konnten nicht fassen was wir gerade erleben. Alle 4 bekamen wir unser Grinsen nicht mehr vom Gesicht. Eine Erfahrung die unmöglich zu beschreiben geschweige denn in Worte zu fassen ist. 

Von Nuggets zu Kugeln

Als wir an unserem nächsten Ziel dem Nugget Point am Ende der Catlins ankommen, sind wir nicht nur von diesem tollen Anblick bewegt, nein auch noch etwas Anderes schwirrt in unseren Köpfen. So weit wie jetzt waren wir noch nie von zu Hause weg und sobald wir in unseren Jucy einsteigen und weiter nach Dunedin fahren, machen wir uns langsam (sehr langsam) aber sicher wieder auf den Weg in Richtung Heimat. Ein komisches Gefühl irgendwie. 

 

In Dunedin verbringen wir dann die letzten Tage dieses unglaublichen Roadtrips. Und Dunedin hat so einiges zu bieten! Angefangen von Albatrossen, der steilsten Straße der Welt, Pinguinen bis hin zu skurrilen Steinkugeln die einfachmal so am Strand liegen (und keiner weiß warum). 

 

Am 17. Juli haben wir uns dann auf den Weg zurück nach Christchurch gemacht und schweren Herzens unseren lieb gewonnenen Jucyfruit zurückgegeben. Ok die Tatsache, dass ausgerechnet in der letzten Nacht unser Heizstrahler seinen Geist aufgegeben hat (hat uns eigentlich eh sehr gewundert, dass der das überhaupt so lange gemacht hat) ließ den Abschied etwas leichter werden. 

 

Nichtsdestotrotz waren wir traurig, einwenig stolz aber vor allem sehr dankbar über die wunderbare Erfahrung, 26 Tage lang knapp 4.000km als Camper quer durch den neuseeländischen Winter zu düsen.  

 

Noch ein kleiner Hinweis am Rande: Auf dem grandiosen Blog von Birgit "Kernöl und Kaiserschmarrn" könnt Ihr noch einen weiteren Artikel über unsere Erlebnisse lesen. Die Steirerin die normalerweise über Kochen, Küche und Leben in Australien berichtet, wagt sich diesmal in die Welt der "Reiseblogger" und macht ihre Sache sehr sehr gut! 

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Kommentare: 4
  • #1

    angie (Samstag, 26 August 2017 06:45)

    ...jeder schritt richtung norden =heimweg!!! ..es dauert zwar noch ein weilchen,aber ich freue mich jetzt schon :) :).....ihr habt uns mit dem neuseelandvirus infiziert - scheint wirklich ein wunderschönes land zu sein!

  • #2

    Tanja und Christoph (Samstag, 26 August 2017 13:48)

    Wir freuen uns auch schon wieder auf Euch! Ja Achtung sehr ansteckender Virus! Das solltet Ihr auf Eure Liste schreiben! :)

  • #3

    Seiya (Donnerstag, 07 Dezember 2017 21:34)

    Wow, dass hört sich nach einer tollen Tour auf der Südinsel an.
    Ich bin gerade erst mit meinem WHV im Gepäck auf der Südinsel gelandet und freue mich schon riesig darauf beide Inseln zu erkunden.
    Vor allem auf den Milford Sound freue ich mich schon sehr und ach eigentlich auf alles ;)

    LG Seiya

  • #4

    Tanja und Christoph (Freitag, 08 Dezember 2017 04:59)

    Liebe Seiya, das Land wird dich nicht enttäuschen! Wohl eines der Highlights unserer Weltreise! Wünschen dir eine wunderbare Zeit und unvergessliche Momente. Liebe Grüße Tanja und Christoph