Neuseeland - oder, war es wirklich eine so gute Idee im Winter zu campen???

Ich wachte Morgens auf und konnte meinen Atem sehen. Es war eiskalt! Auf der oberen von den zwei dicken Decken in die wir gerollt waren, befand sich eine nasse, kühle Wasserschicht. Die zwei Wärmeflaschen, die meine in Wollsocken gehüllten Füße wärmen sollten waren längst nicht mehr angenehm. Ich spürte meine Erkältung in den Knochen und stelle mir selbst die Frage der Fragen: War es wirklich so eine gute Idee im Winter durch Neuseeland zu campen? JA aber klar doch ; )

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Lande- bzw. Startschwierigkeiten

"Yo Folks" sagte der Captain von Fiji Air und erklärte uns, dass wir jetzt kurz mal in Wellington landen werden, anstatt wie geplant in Auckland. Wegen Nebel. Viel zu starkem Nebel. Soweit so gut. Ruhe bewahren, irgendwie kommen wir da schon rauf dachten wir uns und mit nur 4 Stunden Verspätung haben wir es auch letztendlich geschafft. 

 

Zuerst mal sind wir bei lieben Freunden in Tauranga untergekommen (Danke nochmal für Eure liebe Gastfreundschaft und die tolle Zeit!). Da hatten wir dann ganze 5 Tage um uns einen Camper zu organisieren, warme Klamotten zu kaufen, eine Route auszutüfteln, einwenig an die Kälte zu gewöhnen und den ersten Leberkäse seit knapp 6 Monaten zu verschlingen. 

 

Dann ging es mit dem Bus nach Auckland zurück, wo wir am 22. Juni unseren grünen Jucy (Fruit) abholten und in Richtung Ost Küste starteten. Erster Stopp sollte der Hot Water Beach werden. Tja sollte, denn unsere erste Nacht im Camper war so stürmisch, kalt und nass, dass wir kein Auge zu machen konnten. Vom plantschen am Beach waren wir zwar nicht physisch aber zumindest wettertechnisch Kilometer weit entfernt. Somit beschlossen wir schweren Herzens weiterzuziehen....

 

Funktionierte jedoch leider nicht, weil wir komplett im Schlamm feststeckten.

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Die unglaubliche Hilfsbereitschaft der Kiwis

haben wir bereits nach ganzen 5 Minuten "Christoph schiebt an und Tanja gibt Gas" kennengelernt. Ohne ein Wort zu sagen fahren zwei Jungs zu uns ins Gras, springen aus dem Wagen und binden ein Seil um unseren Jucy. Zum Glück hatten wir Kekse dabei, die wir als Dankeschön verschenken konnten, als sie uns 5 Minuten später aus dem Dreck gezogen hatten (im wahrsten Sinne).

 

Überglücklich und ganz schön geplättet von so viel Freundlichkeit fuhren wir weiter Richtung Westküste. Ohne dabei zu ahnen, dass wir schon sehr bald wieder Hilfe brauchen werden.

Nämlich ganze 3 Tage später.

Durch Zufall sind wir in dem kleinen verschlafenen Örtchen Kawhia gelandet. Dort gibt es einen Tankstellenbetreiber namens Bill, der Camper so gern hat, dass er sie wirklich gratis auf seinem "Hobby-Campingplatz" parken lässt.

 

Der gute Bill versorgte uns doch tatsächlich nicht nur mit super schnellem Internet, Insider Informationen über die Region und selbstgemachten Meat Pie von seiner Frau Brenda, Nein auch noch mit einer Lehreinheit darüber wie man einen geplatzten Reifen beim Camper wechselt (nachdem wir wiedermal im Schlamm festgesteckt und dann über eine Steinkante gedonnert sind)! Oh man oh man was für eine Zeit! 

 

"Ich glaub Neuseeland mag uns nicht!" sagten wir uns, doch Bill meinte er wüsste ganz genau was uns jetzt aufheitern könnte: ein selbst gegrabenes Thermalbad am Beach! 

Ja, richtig gelesen. Auch in Kawhia gibt es heiße Quellen unter der Meeresoberfläche. Ausgerüstet mit einer Schaufel und der ausgezeichneten Wegbeschreibung von Bill, sind wir losgezogen zum Strand. "Geht erst um 14.30 Uhr wenn die Ebbe einsetzt, haltet Euch in Richtung 13.00 Uhr, zieht die Schuhe aus, fühlt die Wärme und dann grabt Euch ein Loch". 

 

Gesagt getan. Ein unfassbar cooles Erlebnis an einem atemberaubenden Strand ohne eine Menschenseele. Klar, dass wir uns mit diesem tollen Erlebnis versöhnlich stimmten und somit die Friedenspfeife mit Neuseeland rauchten.

 

Reiseführer? Nein Danke!

Unser Camper ist also klein, eng, kalt und gewöhnungsbedürftig. Die Nordinsel verregnet, kurvig, rau und eiskalt. Super! Aber so schnell lassen wir uns nicht unterkriegen immerhin spürten wir bereits jetzt schon einen kleinen Hauch von Freiheit in den Zehen kribbeln. 

 

So frei wie gerade waren wir ja noch nie auf unserer Reise um die Welt. Alles was wir haben und brauchen ist in unserem Camper, unser Wissen und unserer Recherchen über Neuseeland sind gleich Null und die Route die wir nehmen ist meist spontan. Diesmal haben wir sogar darauf verzichtet, einen Reiseführer zu rate zu ziehen. Brauchen wir auch nicht. Wir sind ganz und gar Abenteurer ; )

 

Ok ok den ein oder anderen Tipp haben wir ja schon von Euch bekommen und an wirklich jeder noch so kleinen Ecke Neuseelands gibt es eine Touri-Info. 

 


Tag 5 und endlich scheint mal die Sonne! Kaum zu glauben wie gut es tut wenn sich diese wärmenden Strahlen nicht nur über das wunderschöne Land sondern auch über unsere Seelen legt. Die Stimmung steigt. Nächster Stopp: Waitomo Glowworm Caves . Eine Bootstour durch eine dunkle Höhle, die nur von tausenden leuchtenden Glühwürmchen bewohnt wird, welche sich wie ein Sternenzelt über unsere Köpfe ausbreiten. Wundervoll, einzigartig.  

 

Weiter gehts nach Rotorua. Bekannt für die Thermalen Aktivitäten, Geysire und Vulkane. Alles vereint in Wai-O-Tapu im berühmten Thermal Wonderland. Atemberaubend und zwar nicht nur wegen dem Gestank ; )

 

Der Weg nach Mordor

Nach einer weiteren eisigen Nacht in unserem Camper, beschließen wir die Notbremse zu ziehen. Beide schon ziemlich krank und unausgeschlafen aber noch immer bereit das Abenteuer zu leben, düsen wir zum Lake Taupo weiter. Diesmal gönnen wir uns einen Stellplatz mit Strom und sind einfach nur happy. Hallo Heizstrahler!!!! 

 

Ein weiterer Vorteil eines kostenpflichtigen Campingplatzes ist auch, dass wir ins Netz können. Zum Glück, denn sonst hätten wir doch tatsächlich nicht einmal gerafft, dass dieser unglaublich großartige, skurrile Berg den wir schon die ganze Zeit bestaunten, in Wirklichkeit Mordor ist!!!!

 

Der Tongariro Nationalpark ist ein weiteres Highlight der Nordinsel Neuseelands und Drehort der berühmten Herr der Ringe Saga. Aufgrund der winterlichen Wetterbedingungen, Grippe Symptomen  und einem klassischen Fall von "ähhhm wandern? nöööö heute nicht!" haben wir uns dieses einzigartige Naturschauspiel von der Ferne angesehen. War aber bestimmt nicht weniger beeindruckend!

 

Von Wanganui nach Paraparaumu geht unsere erst Woche als Camper schon langsam zu Ende. Mittlerweile hat alles im Camper seinen Platz, auch wir zwei. Die Anzahl der unabsichtlichen Zehentritte ist auf nahezu null reduziert, das Thermometer klettert (zumindest am Tag) auf angenehme 13 Grad, die Husten bzw. Nießattacken kommen in geringeren Abständen und unser neuer Bester Freund, der Heizstrahler sorgt für eine angenehme Nachtruhe. 

 

Ach und das Kribbeln in unseren Zehen breitet sich immer mehr und mehr aus. 

Unsere erste Woche endet in der "Windy city" Wellington. Den Namen hat die Stadt übrigens zu recht. Nach einem Besuch im Nationalmuseum Te Papa und einer regnerischen Stadtrunde sind wir dann auch schon wieder weitergezogen. Immerhin mussten wir früh raus. Raus in die nächste Woche, rauf auf die Fähre und ab zur Südinsel!

 

Zu diesem Zeitpunkt wußten wir noch nicht was uns auf der Südinsel erwarten würde und wie sehr uns die Ereignisse in unserer zweiten Woche als Camper für immer verändern werden....

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Kommentare: 4
  • #1

    angie (Freitag, 14 Juli 2017 19:01)

    Puh!!!da ist ja einiges passiert!! :)....aber....alles gut gegangen! Schön,dass es euch gut geht und dass ihr soo lieben besuch habt! Lg,diesmal aus grado :)

  • #2

    Tanja und Christoph (Montag, 17 Juli 2017 05:42)

    Hey :-) Ja ist alles gut gegangen, mittlerweile sitzen wir schon alle vier in Christchurch am Flughafen und warten auf unsere Weiterreise - finden es so cool, dass Ihr Euer Ziel in Venedig erreicht habt! Hoffen Euch geht es auch gut! Ganz liebe grüße nach Italien :-)

  • #3

    Hannah (Mittwoch, 19 Juli 2017 17:25)

    Was für ein böser cliffhanger... :)
    Und was frisst mich der Neid wenn ich diese Bilder sehe und diese Geschichten höre!
    Ich hoffe ihr seid beide wieder ganz gesund und die Südinsel hat euch für immer zum positiven verändert.

    Viele liebe Grüße!!!

  • #4

    Tanja und Christoph (Donnerstag, 20 Juli 2017 15:25)

    hey hannah : )
    danke für die lieben worte... zum glück sind die weiteren wochen in neuseeland viel besser verlaufen! der neue blog dazu ist bereits in den startlöchern : ) eines schon mal vorweg... die zweite woche hat uns für alles entschädigt <3 ganz ganz liebe grüße
    tanja & chris