Machu Picchu-Von Cusco in die Inka-Stadt

Es nun schon ein Weilchen her - wir saßen in unserer alten Wohnung in Graz und träumten von dieser Reise. Träumten von Südamerika von Peru und von Cusco. Cusco der Nabel der Welt, die älteste Stadt Perus und der Ausgangspunkt um eines der neuen 7 Weltwunder zu besuchen. Machu Picchu (der alte Berg) die Sagenumwoben verlorene (und wieder entdeckte) Stadt in den Wolken.

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Wir fragten uns damals: „Wie sollen wir nur in diese entlegene Gegend kommen?“

Die Inkas mussten damals gedacht haben - „Alle sollen sich diese Frage stellen!“ Besser verstecken hätte man eine Stadt nämlich nicht mehr können. 75 Kilometer Luftlinie von Cusco entfernt, auf dem Bergrücken zwischen den Gipfeln des Huayana Picchu und des Berges gleichen Namens Machu Picchu erbauten die Inkas im 15. Jahrhundert auf über 2.400 Meter Höhe ihre Stadt. Damals nur über die Inka-Pfade aus der damaligen Inkahauptstadt Cusco erreichbar.

 

Die Stadtanlage wurde einer Theorie zufolge unter Befehl des Inka-Herrschers Pachacutec erbaut. Zu Ihrer Blütezeit bot sie rund 1.000 Menschen Lebensraum. Die unglaubliche Größe dieser Anlage wird einem erst bewusst, wenn man in Mitten dieser Ruinen steht. 

 

Offiziell wurde die Stadt 1911 von einem amerikanischen Forscherteam unter der Leitung von Hiram Bingham wiederentdeckt - genau weis es aber keiner. Heute ist die Stadt in den Wolken die größte Touristenattraktion Südamerikas und wohl eine der größten der Welt. Im Internet wird oft von 2.500 Besuchern pro Tag gesprochen - wir haben von mehreren Seiten leider gehört, dass in der Hauptsaison zusätzliche Schwarzmarkt-Tickets in Aguas Calientes verkauft werden und sogar bis zu 7.000 Menschen täglich die Anlage betreten. 

Alle Wege führen nach Rom - nur wenige nach Machu Picchu

Bevor Du Deine eigentliche Reise zur Inka-Stadt antreten kannst, musst Du Dir erstmal ein Ticket für den Eintritt in die Anlage besorgen. Dies machst Du am besten in Cusco beim Ministerio de Cultura in der Nähe des Plaza de Armas. Wenn Du einen gültigen Studentenausweis vorlegen kannst bekommst Du einen Rabatt von 50%. Der Standardpreis für Erwachsene beläuft sich derzeit (März 2017) auf 45 USD.

 

Wir haben uns stundenlang darüber unterhalten wie wir zum Machu Picchu gelangen wollen.

Wege gibt es mehrerer. Es spielen aber mehrere Faktoren eine Rolle.

Gemütlichkeit, Coolness, Körperliche Verfassung und natürlich das liebe Geld.

 

Kurz zur Erklärung. Der Machu Picchu liegt wenige Kilometer vom Bergdorf Aguas Calientes entfernt. Nach Aguas Calientes wiederum führen keine Straßen. Es gibt nur eine Bahnstrecke in den Dschungel welche von 2 Bahnunternehmen (Inca Rail und Peru Rail) befahren wird. Also gemütlich mit dem Auto hinfahren ist schon mal garnicht! Es ergeben sich nun mehrere Möglichkeiten.

Möglichkeit Nummer 1:

Man geht den Inca Trail. 

Der berühmte Pfad von Cusco bis nach Machu Picchu den die Inkas selbst immer gegangen sind. 4-5 Tage Wanderung. Überquerung von 3 Bergpässen. Monate im Voraus ausgebucht!  - Was für richtige Bergfex. Abenteuer Pur.

 

Zweite Möglichkeit: 

Mit dem Colectivo nach Ollantaytambo und mit dem Zug nach Aguas Calientes

Man besteigt in Cusco ein Sammeltaxi (Colectivo) fährt 90 Minuten bis Ollantaytambo und steigt danach in einen der beiden Panoramazüge der 2 Stunden bis Aguas Calientes fährt.

 

Dritte Möglichkeit:

Fahrt nach Hidroelectrica und zu Fuß nach Aguas Calientes.

Der günstigste aber auch umständlichste Weg. Man fährt 7 Stunden mit einem Sammeltaxi von Cusco zu der letzten Bahnstation Hidroelectrica und spaziert danach die Bahngleise 2 Stunden lang bis nach Aguas Calientes.

 

Vierte Möglichkeit

Man bucht sich eine Tour in Cusco.

Man ist bereits um 100 US Dollar dabei - sie bringen Dich nach Hidroelectrica Du gehst die Bahngleise entlang - hast danach ein Hostel für eine Nacht musst extrem früh auf um auf den Machu Picchu zu kommen, hetzt danach wieder herunter damit Du wieder zurück nach Hidroelectrica gehen kannst um dein Colectivo nach Cusco zu erwischen. Alles ist organisiert aber Du hast eigentlich keine Zeit für Dich.

Unsere Überlegung war: Wir wollen uns soviel Zeit wie möglich für die Stadt in den Wolken nehmen! Wir wollen uns hinsetzten und wenn wir Lust haben auch 3-4 Stunden einfach nur auf die Ruinen und auf die beiden Bergspitzen sehen. Leider waren wir zum Zeitpunkt in dem wir in Cusco waren beide gesundheitliche ziemlich angeschlagen. Somit kam für uns nur die Möglichkeit 2 in Fragen. Wir nahmen uns in Cusco ein Colectivo und fuhren die 90 Minuten nach Ollantaytambo. Kostenpunkt 5 USD. In Ollantaytambo angekommen bestiegen wir mit unserem in Cusco gekauftem Zugticket von Peru Rail den Panoramazug und fuhren die 2 Stunden gemütlich nach Aguas Calientes. Kostenpunkt 50 USD pro Strecke.

Mit dem Zug durch den Dschungel

Diese Zugfahrt ist schon etwas ganz besonderes. Wir waren richtig aufgeregt als die ersten Wagons mit dem riesigen „Peru Rail“ Logo am Bahnsteig von Ollantaytambo vorgefahren sind.

Man verstaut seinen Rucksack, nimmt gemütlich in einem der Ledersitze platz und kann es kaum erwarten bis es los geht. 

 

Aguas Calientes liegt in einem sehr tropisch angehauchtem Gebiet Perus. Die Lokomotive pfeift vorne weg und an den riesigen Fenstern ziehen Bäume mit Lianen, mit Früchten-behangene Sträucher und diese unglaublich riesigen mit Urwald überzogenen Bergspitzen an einem vorbei. Die blauen Wagons kämpfen sich Ihren Weg durch die Schluchten der Anden immer weiter in Richtung der kleinen Stadt mit Ihren heißen Quellen.

Aguas Calientes

Es gibt niemanden, der in Aquas Calientes ist um in Aquas Calientes zu sein. Alle sind nur aus einem Grund hier, um 2 Stunden zu Fuß oder 20 Minuten mit dem Bus von der kleinen verträumten Stadt hoch zum Machu Picchu zu gelangen.

 

Die Stadt selbst besteht nur aus wenigen kleinen Plätzen. Es gibt eben die Zugstation, eine kleine Polizeistation, 5 Bankomaten, natürlich einen relativ großen Souvenir-Markt an dem man von der Bahnflöte mit Machu Picchu Logo bis hin zum Meerschwein-Stofftier alles kaufen kann. Viele kleine Brücken die den Weg über den wilden Fluss erleichtern, unzählige Restaurants in denen man äußerst gut und extrem günstig essen und trinken kann und natürlich die für den Namen der Stadt verantwortlichen heißen Thermalquellen am Ende des Bergdorfes.

 

Wie überall in Peru und eigentlich in ganz Südamerika sieht man unzählige streunende Hunde durch die Gassen jagen, Damen und Mädchen bieten Ihre Massage-Künste für 3 USD die Stunde an und jeder Wirt will einen mit seinen Happy-Hour Angeboten in seinen Gastgarten locken. Wir haben es immer wieder genossen die Calle Pachacutec („Hauptstraße“ in Aquas Calientes) hinauf zu unserem Hostel zu spazieren und dieses Treiben zu beobachten.

Das Wetter in den Bergen

Wir haben uns zwei Nächte in Aquas Calientes gebucht. Die meisten Besucher nehmen sich nur eine Nacht. Wir wollten uns jedoch einen ganzen Tag für die Inka-Stadt Zeit nehmen. Die Anlage öffnet um halb 6 und schließt um 16 Uhr. Somit genug Zeit um alles zu erkunden.

 

Um 3 Uhr morgens hören wir die ersten Menschen durch die Gassen laufen. Jene die Früh los müssen, weil am frühen Nachmittag bereits Ihr Zug wieder Richtung Cusco geht. Was wir auch hören ist der schlimmste Regenfall den wir seit Wochen gehört haben. Es schüttet wie aus Eimern.   Wir haben unser Zugticket für den nächsten Morgen schon gebucht, das heißt heute ist die einzige Möglichkeit die Stadt in den Wolken zu besuchen. Dann müssen wir es halt im Regen machen sagen wir uns, kuscheln uns in unserem eiskalten Zimmer zusammen und schlafen noch 3 weitere Stunden.

 

Wir stehen gemütlich um 6 Uhr auf, um 7 Uhr sitzen wir beim Frühstück und kurz vor 8 sind wir bei der Busstation. Es hat aufgehört zu regnen, die Wolken ziehen langsam und man kann blaue Flecken und sogar schon ein paar Sonnenstrahlen am Himmel erkennen. „Wir sind nicht zum wandern hier!“ sagen wir uns und kaufen uns ein Busticket. Kostenpunkt 24 USD hin und retour. Hier gibt es keinen Rabatt für Studenten. Der Busfahrer kurvt gemütlich die Serpentinen-Straße hoch. Der Ausblick ist vom Bus aus schon gigantisch. Man sieht diese unwirklichen Bergformationen, alles ist saftig grün und durch das Tal schlängelt sich der Fluss Richtung Aguas Calientes. 

 

Wir lächeln uns an! Es fühlt sich wie eine Ewigkeit an, dass wir das erste mal in Graz in unserer Wohnung über den Besuch des Machu Picchus sprachen. Jetzt sind wir nur noch 3 Minuten von den Eingangstoren eines unserer größten Weltreise-Highlights entfernt.

 

Liebling? Wir stehen am Machu Picchu

Wir hatten dieses Gefühl schon oft auf unserer Reise. Diesen: „Diesen-Tag-werden-wir-nie-vergessen“ Moment. Wir waren um zirka halb neun an den Toren der Anlage, mussten nicht lange warten und konnten sofort rein. Ein kleiner, schmaler Weg führt unter dschungelartigen Bäumen durch. 

 

Dann eröffnet sich die Sicht. Die Sicht auf die gesamte Anlage. Die Ruinen, die Berge, den Himmel, die Wolken - wir stehen am Machu Picchu!

Der Nebel liegt noch mystisch über den Bergspitzen und bedeckt manche noch komplett. Die Sonne strahlt zwar noch nicht aber wir dafür über beide Ohren! Respektvoll und ganz langsam bewegen wir uns voran. Schauen uns langsam um. Das Areal ist riesig! Wir haben es uns beide viel kleiner vorstellt. Unzählige Male hat man die Bilder im Fernsehen, auf YouTube, Facebook oder Instagram gesehen. Hier zu stehen, inmitten der Geschichte der Inkas an einem der wohl meist erforschten und trotzdem so rätselhaften Plätze dieser Erde hat uns einfach weggeblasen.

 

Die ersten 45 Minuten haben wir eigentlich nur mit Staunen verbracht. Wir sahen auf die Berggipfel  und hier und da lächelten wir uns an. Es war absolut ruhig. Wie gesagt die Anlage ist so gewaltig, dass sich die Menschenmenge einfach auflöst. Langsam kommt jetzt auch noch die Sonne zum Vorschein und taucht die Stadt in den Wolken in ein noch kitschigeres Bild.

 

Wir können uns jetzt nicht mehr halten und zücken unsere Smartphones und Spiegelreflexkamera. Das schöne hier oben ist, es ist egal wo Du stehst, es ist auch vollkommen egal was für ein guter Fotograf Du bist. Vor dieser Kulisse kannst Du einfach nichts falsch machen! Drück einfach ab und ein Foto wird schöner als das andere sein!

Als wäre dieser gesamte Anblick und das Gefühl da oben auf 2.500 Metern zu stehen nicht schon schön genug, so schaut auch noch hier und da ein Lama ganz frech und unverschämt in deine Kameralinse. Kurz vor Mittag waren dann die letzen Wolken verschwunden. Vor wenigen Stunden als wir noch im Bett in unserem Hostel lagen hätten wir nie gedacht heute trocken am Machu Picchu zu stehen. Wir hatten an diesem Tag einfach Glück! Der Himmel zeigte sich in seinem schönsten Blau und die Sonne strahlte den ganzen Tag auf die Inka-Stadt herunter. Ganze 7 Stunden waren wir in den Ruinen unterwegs und ehrlich gesagt wir hätten locker noch 7 Stunden dort verbringen können. Die letzten 2 Stunden haben wir uns nur auf eine Bank gesetzt und das Bild auf uns wirken lassen - keiner sprach auch nur ein Wort. Wieder einmal auf dieser Reise spürten wir die absolute Freiheit!

 

Wir wollen hier auch wirklich garnicht weiter ausholen - es ist ein unbeschreibliches Gefühl und jeder der in Südamerika ist sollte eine Reise zum Machu Picchu machen!  Punkt! Sollte Dir jemand erzählen es ist zu touristisch oder zu überlaufen, es wäre zu teuer oder ist den Aufwand nicht wert -DER LÜGT! Es ist den Aufwand wert und es ist jeden Cent wert dorthin zukommen! Du wirst es verstehen wenn Du dort stehst!

Unsere Tipps für einen Besuch am Machu Picchu

  • Buche Dir zwei Nächte in Agues Calientes - dann hast Du einen ganzen Tag für den alten Berg
  • Du wirst nie der Erste oder Letzte da oben sein, also nimm dir Zeit und genieß es einfach es gibt genug Platz für jeden
  • Nimm Sonnencreme mit - wir haben uns einen ordentlichen Sonnenbrand geholt
  • Nimm auch eine Regenjacke mit - das Wetter kann hier schnell umschlagen
  • Gehe ruhig mal aus der Anlage raus, iss was und geh wieder rein, mit dem Tagesticket darfst du 3 Mal in die Inka-Stadt
  • Hol dir unbedingt am Eingang den offiziellen Machu Picchu Stempel für deinen Reisepass
  • Zieh gemütliche Schuhe an - Du wirst viele Meter zurücklegen
  • Lass dich nicht hetzen - setz Dich einfach mal und genieße eine Stunde die Aussicht
  • Wer sich die Tour sparen will kann auch mal einfach einen der unzähligen Tourguides die sich in der Anlage befinden „eine einzige Frage“ stellen!
  • Du brauchst Dich nicht bei den „Foto-Hotspots“ anstellen - jeder Platz am Machu Picchu ist ein Hotspot
  • Besuche auch das Machu Picchu Museum in Cusco - dort findest Du die Fundstücke der Inka-Stadt und bekommst nochmal eine ordentliche Portion zusätzlicher Infos

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Kommentare: 5
  • #1

    Peter (Sonntag, 16 April 2017 23:13)

    Ich beneide euch!! Viel Spaß euch beiden und nicht vergessen uns auf dem laufenden zu halten! Bis bald

  • #2

    angie (Sonntag, 16 April 2017 23:23)

    so unbeschreiblich, oder doch??? ggg...ihr habt es beschrieben und den bericht mit wunderschönen fotos gespickt - fühlt sich beim lesen wie ein unglaubliches abenteuer an!! Wirklich wunderschön und obendrauf noch informativ!!! Ich sag nur: bucket list!! :)

  • #3

    Tanja und Christoph (Montag, 17 April 2017 05:50)

    Das vergessen wir nicht lieber Peter! Ganz liebe Grüße nach Hause

  • #4

    Tanja und Christoph (Montag, 17 April 2017 05:51)

    Ja das war auch wirklich ein Abenteuer :-) und JA das muss unbedingt auf die A&F Bucket-List! ;-) Ganz liebe Grüße

  • #5

    Heike (Mittwoch, 19 April 2017 17:41)

    Tolle Fotos, tolle Schilderung eurer Eindrücke, tolle Stimmung! Wirklich zum Beneiden!!