Auf den Schilfinseln der Uros am Titicacasee

15 mal so groß wie der Bodensee, das höchste beschiffbare Gewässer der Welt und die Heimat von 2.000 Indigener. Der Titicaca See. Im Grenzgebiet zwischen Peru und Bolivien auf 3.800 Metern Seehöhe durften wir einen wunderschönen Tag in Mitten der komplett autonom lebenden Uros verbringen.

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Der Legende nach ist der erste Inka, Manco Capac über einen Felsen auf der Sonneninsel auf die Erde gestiegen. Der Felsen (Karka) hatte die Form einer Raubkatze vielmehr eines Pumas (Titi).

Aber so richtig sicher war sich nicht einmal der Tourguide. Es wird auch oft vom Grauen Felsen gesprochen. 

Von Cusco nach Puno

Nach unserem Besuch am Machu Picchu blieb uns während unseres Peru Aufenthalts noch Zeit für einen weiteren größeren Ausflug. Wir schwankten lange zwischen den Rainbow Mountains in der Nähe von Cusco und der 7 Bus-Stunden von Cusco entfernten Stadt Puno, die als idealer Ausgangspunkt für eine Fahrt auf den Titicaca-See gilt. Nunja, da dieser Blog sich mit dem Titicaca See beschäftigt, kannst Du Dir denken für was wir uns entschieden haben.

 

Beide waren wir ziemlich angschlagen - wir kämpften nicht nur mit Schnupfen und Ausschlägen am ganzen Leib, nein auch an die Höhenluft hat sich unser Körper nach einer Woche auf über 3.000 noch immer nicht gewöhnt. Nun sollt es noch mal 1.000 Meter höher gehen.

 

Nach der 7 stündigen Fahrt von Cusco nach Puno, auf der wir wieder unglaublich schöne Natur bewundern durften, stiegen wir ziemlich gerädert am Busbahnhof in Puno aus dem Langstrecken Bus von Cruz del Sur. Solltest Du ebenfalls eine Perureise planen können wir Dir dieses Busunternehmen nur wärmstens ans Herz legen. Faire Preise für eine wirklich sehr angenehme Busfahrt inkl. Verpflegung und Entertainment. 

An diesem Abend fielen wir nur noch ins Bett. Die weiteren 1.000 Meter Seehöhe taten uns einfach nicht gut. Davor haben wir uns aber noch für den nächsten Tag eine Tour zu den Uros gebucht. 10 Euro pro Person für einen 5 Stunden Ausflug. Ja hier im Osten von Peru ist es noch mal eine Ecke günstiger als im Landesinneren. 

 

Am nächsten Tag holte uns ein offensichtlicher Freund des Hostel Besitzers mit seinem Privatauto ab und brachte uns hinunter zum See. Von Puno aus sieht man nur Bruchteile des Sees der so groß wie die Insel Korsika. Nach einem kurzen Spaziergang am Hafen winkte uns schon der "Kaptain" unseres Bootes zu an Bord zu kommen.

Die Uros

Die Uros sind wie schon erwähnt eine komplett autonom lebende Volksgruppe die auf 90 aus Schilf gebauten Inseln am Titicaca-See leben. 2.000 Menschen leben auf diesen schwimmenden Dörfern auf denen man sogar Fußballplätze, Krankenhäuser und Kindergärten gebaut hat. Alles aus Schilf!

Unser Boot tuckert zirka eine halbe Stunde vom Hafen in Puno auf den See hinaus. Langsam sind am Horizont die ersten Schilfhäuser auf dem See zu erkennen. Wir steuern eine kleine "Gemeinde" an und gehen an Land äh auf Schilf ;-) 

 

Der "Bürgermeister" dieses Uro-Klans begrüßt uns herzlich und wir lernen zuerst einmal die Art und Weise kennen, wie diese Inseln überhaupt schwimmen und vorallem wie sie aufgebaut sind. Alle 15 Tage muss eine komplett neue Schilfschicht aufgetragen werden. Die gesamte Insel wird mit langen Holzstämmen die im Seeboden fixiert sind geankert. "Sonst wachen wir auf und sind in Bolivien" scherzt einer der Uros - und das will hier keiner - die Uros sind zwar ein autonomes Volk, aber stolze Peruaner. 

Die Uros sind neben den Einnahmen durch den Tourismus im Tauschhandel tätig. Mehrmals die Woche fahren sie mit ihren Schiffen, die ebenfalls komplett aus Schilf und altem Holz zusammengeflickt sind, nach Puno um am Markt Ihre Waren einzutauschen. Sie bringen geschossene Enten, Schilf, Vogeleier und selbstgestickte Decken an Land und tauschen diese gegen Kartoffeln, Reis und Fleisch. Durch Solaranlagen auf ihren schwimmenden Inseln sind die Uros seit kurzem nun auch nicht mehr auf Strom vom Festland angewiesen. Vor Jahren, als es noch keinen Strom auf den Inseln gab, brannten Abends immer Fackeln. Das sowas auf einer Insel die komplett aus Schilf gebaut ist ins Auge gehen kann, kannst Du Dir sicher vorstellen. So manche "Stadt" am See ging in Flammen auf.

 

Nach einer weiteren kleinen Einführung in das Leben der Uros durch den "Bürgermeister" und einer Verkostung der Banane des Titicaca-Sees - Ein Schilfrohr (garnicht mal so schlecht müssen wir sagen, schmeckt nach Schilf) kam Johnny auf uns zu. Johnny lebt mit seiner Frau und seinen 2 Kindern auf der Insel. Er ist ein großer Fußball-Fan und begeisterter FC Barcelona Anhänger. Es war uns klar, dass wir das Haus von Johnny nur betreten weil die Uros eben mit dem Tourismus hier am Titicaca-See ihre größte Einnahmequelle haben. Wir fühlten uns trotzdem herzlich willkommen. Johnny führte uns kurz durch sein kleines Heim und zeigte uns seinen Fernseher auf dem er die Spiele von Barca verfolgt. Schon ein komisches Gefühl wenn einem bewusst wird, dass während wir hier mit Johnny über den europäischen Fußball quatschen, 2 Meter unter uns einer der größten Seen der Welt liegt.

Mit dem Schilfboot zum Schilfsupermarkt

Am Schluss der Tour stand noch eine Fahrt mit dem dorfeigenen Schilfboot am Programm. Die zwei kräftigsten Männer des Dorfes schnappten sich jeweils ein Paddel und baten uns an Bord zu kommen. Leinen Los und schon treibt das bunte und mit Drachen verzierte Boot in Richtung einer weiteren Inseln. Angekommen sehen wir schon warum wir hier hergeschippert wurden. Hier befindet sich der Uros-Supermarkt. Von Cola über Bier, Zigaretten (unserer Meinung sehr riskant), Bananen und Chips kann man hier alles am See kaufen. Quasi ein Supermarkt am Wasser. Außerdem wird einem hier auch die Titicaca-See-Spezialität angeboten. Gegrillte Forelle. 

 

Der Tag mit den Uros war etwas wirklich ganz besonderes für uns. Solche Tage und solche Menschen machen diese Reise so einzigartig für uns. Neues probieren und erfahren. Fremde Kulturen und Menschen treffen - genau deswegen reisen wir um die Welt.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    angie (Montag, 24 April 2017 09:50)

    so tolle bilder und einblicke in die kultur anderer länder! danke dafür - es ist wirklich beneidenswert, was ihr zwei alles seht. genießt weiterhin und danke dafür, dass wir daran teilhaben dürfen! ;)

  • #2

    Tanja und Christoph (Montag, 24 April 2017 16:21)

    Ja wir sagen danke, dass Ihr alle so fleissig dabei seid und es Euch noch nicht langweilig mit uns ist! ;-) liebe Grüße nach Australien :-)