Chile, zwischen Vulkanen, Wüsten und Wolkenkratzern

Ohne richtige Erwartungen und ohne einen großartigen Plan, starteten wir unsere Reise durch Chile... hinein ins große Abenteuer Südamerika! Ein Land voller Unterschiedlichkeiten und das Highlight jeden Backpackers.

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Zwischen Inka Cola und Pisco Sour

Nach einigen Tagen in der Hauptstadt Santiago de Chile, war es für uns Zeit weiter zu ziehen. Das unfassbare Chaos in den heillos überfüllten Metros werden wir bestimmt nicht vermissen. Die Spanisch-Lektionen von der mexikanischen Austauschstudentin Emilia, den wunderbaren Ausblick von Cerro San Cristobal und die fancy Atmosphäre im Barrio Bellavista hingegen ganz bestimmt. 

 

Am Terminal de Buses sehen wir uns in die aufgeregten Augen und spüren, dass Chile uns erwartet. Beide sind wir mehr als bereit uns auf dieses Abenteuer einzulassen und steigen in den Bus....

Von Santiago nach Valparaiso

Wer beschließt von Santiago in den Norden Chiles zu fahren, zu trampen, zu fliegen was auch immer, der MUSS nach Valparaiso! Auch wir haben nach unzähligen Geschichten und Artikeln die wir im Internet gefunden haben beschlossen - da müssen wir hin!

 

Ach Valparaiso du kleines, großes, hässliches, wunderschönes Städchen - wie hast Du uns doch verzaubert? Mit deinen süßen kleinen Gassen, deiner Verschlafenheit, deinen unzähligen Streunern auf deinen Straßen und deinem Gefühl dass hier die Zeit stehen geblieben ist!

 

Wer einmal in Südamerika war weis, das Graffitis an den Wänden Teil der Kultur geworden ist. Wir sprechen hier nicht von kleinen Schmiererein an der Wand wo jemand versucht seinen Namen äußerst cool hinzuschmieren - nein wir sprechen hier von urbanen Meisterwerken. Riesige teilweise über mehrere Häuser ragende Bilder verzieren hier die Städte. Valparaiso hat dieses Phänomen auf die Spitze getrieben!

Valparaiso liegt am Pazifik und hat einen wunderschönen Frachthafen - er zählt zu den größten Umschlagplätzen Südamerikas. Es sieht danach aus als würde es in dieser 300.000 Einwohner Stadt keinen Fleck geben, der nicht schon einmal mit einer Spray-Dose bearbeitet wurde. Unglaublich! Ok zumindest der Stadtteil Cerro Allegre sticht noch einmal extra hervor. Hier treffen sich Menschen aus aller Welt - egal mit wem wir in Chile gesprochen haben - eine der ersten Fragen war immer: "Habt Ihr Euch Valparaiso angesehen!?" Wir wissen nicht wie wir es beschreiben sollen - aber diese kleine Stadt hat uns einfach verzaubert! Man sitzt am Hafen und beobachtet das Treiben, inzwischen laufen streunende Hunde an einem vorbei hier und da ein Souvenier-Verkäufer. Einfach eine Atmosphäre die einen die Zeit vergessen lässt.

 

Die 3 Tage die wir in Valparaiso verbracht haben, vergingen leider viel zu schnell - im Nachhinein gesehen hätten wir uns gerne ein paar Tage wo anders gespart und hätten ein wenig mehr Zeit an diesem zauberhaften Ort am Pazifik verbracht!

Vom Meer in die Wüste

Vom Meer in die Berge in die Wüste und zurück - in Chile kein Problem theoretisch sogar an einem Tag machbar. Das Land ist an gewissen Stellen nur 80 Kilometer "breit". Nicht umsonst wird es das langezogene Land genannt. Es waren ein wenig mehr als 80 Kilometer die wir vom Meer in die Wüste zurückgelegt haben.

 

Besser gesagt waren es sogar weit über 2000 Kilometer. Ganze fünf Tage haben wir non-stop in Bussen verbracht. Aufstehen - Busbahnhof - Busfahren - Aussteigen - ins Hostel - Schlafen und Morgen wieder von vorne! Eine spannende Zeit, die wir hier genauer beschrieben haben.

 

Nach wenigen Tagen wurde die Landschaft immer kahler und die Temperaturen im Bus immer höher. Wir merkten wir nähern uns unserem nächsten Ziel. Die Atacama Wüste. Sie gilt als einer der trockensten Orte der Welt - in San Pedro de Atacama - dem Ausgangspunkt und dem Mekka für Chile-Besucher regnet es ganze 2 Tage im Jahr!

San Pedro de Atacama

Auch unsere Reise führte uns nach San Pedro de Atacama - was für eine verrückte Gegend. Auch hier wieder, Menschen aus aller Herren (und Frauen - Gendern nicht vergessen) Länder. Eine richtige kleine Hippie-Komunee.

 

Alles läuft hier ganz gemütlich ab. Es dreht sich hier in diesem kleinen Städchen nur um ein paar wenige Fragen. "Welche Tour nehme ich um die Sterne zu beobachten?" "Fahre ich ins Tal des Mondes oder in das Tal des Todes?" "Schau ich mir die Vulkane oder doch die Geysiere an?" und zum Ende des Aufenhaltes "Fahre ich weiter nach Bolivien oder doch hinauf bis Peru?"

 

Es ist einfach wunderschön - jeder erzählt von seinen Erfahrungen der letzten Wochen, alle sind aus dem selben Holz geschnitzt und alle wirklich ausnahmslos alle sind aus dem selben Grund hier! Die absolute Freiheit an einem der unwirklichsten und wunderschönsten Orte der Erde zu finden!

Ein Spaziergang auf dem Mond

Als erstes wählten wir eine Tour ins Valle de la Luna - das Tal des Mondes. Am späten Nachmittag fuhren wir mit einer Gruppe großteils junger Leute in die ersten Ausläufer der Atacama-Wüste. Als wir die ersten Dünen am Horizont erkennen konnten lächelten wir uns an.

 

Es war wieder einmal ein solcher "Tanja-und-Christoph-Weltreise-Moment". Der Moment in dem wir beide spüren, gerade was großartiges zu erleben! Mit offenen Mündern bestaunten wir die Landschaft die einem immer wieder das Gefühl vermittelte am Mond spazieren zu gehen. Wir waren hin und weg und sind es ehrlich gesagt heute noch wenn wir an diesen Ausflug denken. Riesige Salzablagerungen, unfassbar Gesteinsbrocken und Sand, Sand, Sand soweit das Auge nur reicht.

 

3 Stunden waren wir in der Wüste unterwegs bevor es zum eigentlich Hightlight der Tour ging. Der Sonnenuntergang am Coyote-Canyon. Leute wir sagen es Euch - so viele wunderschöne warme Farben hat man noch nicht gesehen. Wir konnten nicht glauben wie wunderschön sich die Natur uns gerade präsentiert.

 

Auf der einen Seite geht die Sonne in den schillerndsten, Rot-Gelb-Orangetönen unter. Zur selben Zeit erhebt sich der Vollmond (ja auch hier hatten wir Glück) über die 5000 Meter hohen Vulkane. Die Schneespitzen der riesigen Berge reflektieren dieses wunderschöne Meer an Farben und verzaubern das Tal in ein Paradies.

El Tatio

Wie immer, wenn wir wissen das wir total früh los müssen, konnten wir beide die halbe Nacht kein Auge zu bekommen. Einerseits quälte uns das ständige Hundegepelle von den unzähligen Streunern vor unserem Hostelfenster und andererseits waren wir einfach nur aufgeregt.

 

Wie wird es uns wohl ergehen auf über 4500 m Seehöhe? Wird es wirklich so kalt? Wie fühlt es sich an am Fuße eines echten (noch aktiven) Vulkanes zu stehen? Hat der Coca-Tee gewirkt und überhaupt sollten wir nicht schon längst schlafen?

 

Der Wecker erlöste uns um 4.00 Uhr Morgens. Endlich geht es los. Dick eingemurmelt und vollgestopft mit Vorfreude, werden wir vor unserem Hostel abgeholt. Den Ausflug zu den drittgrößten Geysieren der Welt am Fuße des El Tatio Vulkanes, haben wir einen Tag zuvor in San Pedro gebucht. "Zieht Euch warm an" haben sie uns geraten und als wir nach einer ca. 2 stündigen Fahrt über Stock und Stein durch die Nacht endlich am Ziel waren, wussten wir auch warum! 

 

Laut unserem Tourguide hatte es minus 2 Grad. Für uns zwei sonnenverwöhnten Touristen fühlte es sich aber eher wie minus 20 Grad an. Nungut, somit kann man jetzt nicht genau sagen ob es die Kälte war oder der unbeschreibliche Anblick dieser Natur, der diesmal für Gänsehaut sorgte. Aber wir behaupten mal beides! 

 

Nach einem kleinen Frühstück schlurften wir dann los um die Geysiere zu bestaunen. Schlurfen deswegen, weil nicht nur die Natur sondern auch die Höhe uns buchstäblich den Atem raubte. Ja,  wir müssen schon ein etwas komisches Bild abgegeben haben wir zwei. Zitternd, kriechend und mit   weit geöffneten Augen bestaunten wir die brodelnde Erde. Unbeschreiblich!

 

Ganz langsam und regelrecht majestätisch sahen wir zu wie die Sonne über der Vulkanlandschaft der Atacama Wüstenregion aufging. Die wohltuenden Sonnenstrahlen kamen gerade richtig und ermöglichten uns zumindest ein Fußbad in den anliegenden heißen Quellen des El Tatio´s. 

Nach Hause ging es dann vorbei an Kakteen bedeckten Hängen, Esel, Alpaka und Flamingo Herden. An Schneebedekten 6000er Vulkanen entlang der scheinbar unendlich steinigen Straßen. Als hätte Gott persönlich einen Pinsel in der Hand genommen und drauf los gemalen. Ein unvergessliches Gemälde für immer in unseren Köpfen (und Herzen!). 

Nützliches und unnützes Wissen über Chile

  • Chilenen stehen voll auf Tarot (Wahrsagerei) 
  • Die meisten Chilenen sind in Wirklichkeit aus Venezuela oder Bolivien 
  • Mit TurBus kommst Du fast immer fast überall hin
  • Alle Unterkünfte kosten mehr als bei booking.com angegeben wird (wegen irgendeiner Steuer und einem schwindeleregenden Dollar Umrechnungskurs)
  • Die Hälfte aller Einwohner von Chile leben in Santiago
  • Jede Stadt in Chile hat einen Plaza de Armas
  • Chilenen haben kein Problem damit horrende Preise für ... naja eigentlich nichts zu kassieren
  • Der Einkauf von Duschgel kann in Chile zu einer Herausforderung werden, da die meisten Chilenen die gute alte Seife zum Duschen bevorzugen

 

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Kommentare: 5
  • #1

    angie (Donnerstag, 30 März 2017 06:11)

    Soo ein toller blog und unbeschreiblich schöne bilder!!! Genießt weiterhin und passt auf euch auf,glg aus down under :)

  • #2

    Tanja und Christoph (Donnerstag, 30 März 2017 19:20)

    dankeschön :) müssen ja schauen, dass wir irgendwie mit den Bildern aus Down Under mithalten können :)

  • #3

    Kerstin (Samstag, 01 April 2017)

    Hallo ihr Zwei :) Ich verfolge eure Abenteuer schon seit Beginn ;-) Immer wieder erstaunlich was ihr alles erlebt - da will man sofort losfliegen und mit euch reisen! ��
    Viel Spaß wünsche ich euch noch :)

    Wenn ihr Lust oder Zeit habt würde es mich freuen wenn ihr mal auf travel abraod vorbeischaut �

    Liebe Grüße, Kerstin

  • #4

    Alfred (Sonntag, 02 April 2017 11:42)

    Hi ihr beiden Travelanten!
    War soeben über 1 Stunde lang in eurem Youtube Kanal auf " Weltreise ". Einfach phantastisch! Spannend, abwechslungsreich, witzig, unterhaltsam, informativ, sympatisch, kreativ, originell .........Mein Fernweh macht mich fast verrückt.
    Jetzt muß ich einfach raus in den südsteirischen Frühling bei strahlendem Sonnenschein. Aufs Rad und ab in die Murauen. Die Überzeugungsarbeit geht weiter.
    Ich möchte mit Suzana eine 110 Tage Reise starten ( Wir werden heuer 50 + 60 = 110 ) . Im richtigen Moment wird ein " ja " kommen Yea!
    Euch liebe Grüße von uns und DANKE für euren Anruf und diese tollen Berichte!
    Alfred ( den es immer hinauszieht ) und Suzana ( die so gerne daheim ist )

  • #5

    Tanja und Christoph (Sonntag, 02 April 2017 15:38)

    Hallo lieber Alfred, treuer Blogleser :-)

    Freut uns sehr dass wir auch mit unseren Videos dein Fernweh weiter ankurbeln können!
    Ach der steirische Frühling, derzeit sind wir fast ein wenig neidisch wenn wir die Bilder von zuhause sehen, es ist so schön und wir haben täglich regen und es ist wirklich kalt - aber ich glaube wir dürfen ansonsten über nichts schimpfen! Eine 110 Tage Reise das klingt doch mal vernünftig! das ist ungefähr die Zeit, die wir nun unterwegs sind und da sagen wir Euch, da geht sich so eiiiiiniges aus! Dann wünschen weiterhin alles Gute bei der Überzeugungsarbeit ;-) Wir denken mit den richtigen Reiseorten als Anreiz wird bald ein "Ja" herausspringen ;-)

    PS. haben uns sehr gerne gemeldet!
    Liebe Grüße und alles Gute
    Tanja und Christoph