Mit dem Bus durch Chile

Im Landeanflug über die Anden schauen wir uns an. Wir haben beide noch den Glitzer von den  Karneval Umzügen in den Haaren sowie die Samba Ohrwürmer in unserem Köpfen. "Wie sollen wir nur durch dieses unbekannte Land reisen?" fragen wir uns während die Maschine nach unserem 5 Stunden Flug von Rio de Janeiro nach Santiago de Chile sanft aufsetzt.

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Wie ist der Plan?

Santiago ist easy - Großstadt -  da finden wir uns gut zurecht. Aber was kommt danach?

Wir wissen folgende Dinge - wir wollen nach Norden und das so gemütlich und kostengünstig wie möglich. Wir haben Zeit und wir wollen so viel wie möglich erleben. "Lass uns zuerst mal in die Atacama Wüste" haben wir uns gesagt. Das klingt so leicht dahergeredet. Die Atacama Wüste einer der unwirklichsten Orte der Welt. "Ach da fahren wir einfach mit dem Bus hin!" das klingt jetzt gleich noch unwirklicher und etwas komisch aber genau so haben wir es gemacht.

 

Santiago ist der Ausgangspunkt für alle Reisen durch Chile. Klar die Hauptstadt und jene Stadt die ziemlich genau in der Mitte dieses langgezogenen Landes liegt. Ein Land das hier in Worten nicht beschreibbar ist. Wüsten, Vulkane, Großstädte, Meer, die Anden, brennheiße Tage und eiskalte Nächte. Wir haben das Glück einige Zeit hier zu sein aber wir werden wohl nie jemandem beschreiben können, welche Gefühle wir hier hatten. Wie klein wir uns vor den riesigen Bergen und den unendlichen Wüsten fühlten. Um zu verstehen wie unglaublich dieses Land ist und wie wunderbar die Menschen hier sind muss man selbst hierher kommen!

Viele ziehen von Santiago de Chile Richtung Süden - nach Torres del Paine - und noch weiter südlich bis man die ersten Eisschollen der Antarktis sehen kann. Aber wir wollten in die Wüste! Gysiere, Vulkane und unendliche Weiten. Deswegen sind wir hier in Chile. 

 

Es gibt mehrere Möglichkeiten von Santiago aus in die Atacama Wüste gelangen. Eine wäre fliegen. Scheidet für uns aus, wir wollen ja das Land kennenlernen und nicht schon wieder an Flughäfen abhängen. Nummer zwei wäre die 23 Stunden Busfahrt von Santiago de Chile bis San Pedro de Atacama. Nein nicht mit uns. Wir wählten die für uns beste Methode. Wir versuchten innerhalb von 4 Tagen mit "gemütlichen" 6-8 Stundentouren nach San Pedro de Atacama zu gelangen.

Von Santiago nach Valparaiso

Als erstes wählten wir eine kurze Fahrt. Wir wollten in das idyllische 280.000 Einwohner "Dorf" Valparaiso. Es gibt in Chile unendliche viele Anbieter von Fernbusreisen. Wir wählten den im Lonely Planet empfohlenen Touranbieter "TurBus" Geboten werden gemütliche Sitze die sich fast komplett horizontal umlegen lassen und ein relativ gutes Unterhaltungsprogramm auf spanisch. Zurück in die Zukunft auf spanisch ist übrigens gleich noch interessanter und spannender ;-) 

 

Nach nur 2 Stunden standen wir auch schon am Busbahnhof in Valparaiso. Die Hafenstadt mit riesigen Frachtschiffen hat sofort unser Herz gewonnen. Wir haben das Künstler Hostel Cerro Alegre gebucht. Sehr kleine Zimmer aber eine sehr nette Atmosphäre und Menschen aus aller Welt - schon wieder! Auch eine Eigenheit in Chile - es sieht danach aus als würde es die ganze Welt hierher ziehen. Wir haben hier so viele Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen der Erde kennengelernt einfach wunderbar!

 

Während wir die bunten Gassen von Valparaiso durchstreifen überlegen wir, wie die Reise weitergehen soll. Abends versuchen wir Tickets über das Online Portal von TurBus zu organisieren.  Lustige Geschichte: Immer wenn man in Chile über ein Online Portal oder über einen Self-Service Schalter etwas buchen möchte, was meistens auch um einige Pesos günstiger ist, funktionieren unsere Kreditkarten nicht...Hm 2 Minuten später...am Schalter mit dem Mitarbeiter von TurBus und an dem das Ticket mindestens 3000 Pesos mehr kostet funktionieren plötzlich beide Kreditkarten wieder...komische Sache ;-) Ohne jetzt zuweit auzuschweifen - aber wenn Du nach Chile kommst - nimm genug Geld mit! Es gibt hier eindeutig Preise für Einheimische und Touristen Preise.

Zurück in den Bus...Unsere Reise geht weiter. Wir haben beschlossen, es ist an der Zeit in die Gänge zu kommen! Wir machen einen größeren Sprung und fahren rund 7 Stunden nach La Serena. Ankommen, schlafen und es geht gleich weiter. Nächster Stopp ist Copiapo. Das kleine Städtchen war vor einigen Jahren in den Medien, da es hier dieses schreckliche Grubenunglück gab, bei dem Mitarbeiter wochenlang Untertag gefangen waren. Weiter geht es am nächsten Tag nach Antofagasta. Von dort können wir nicht viel berichten. Abends angekommen, ins Bett und am nächsten Tag geht es gleich weiter. 

 

Knapp 2.000 Kilometer und 4 Tage in Busen hat es uns gekostet um an unser Ziel zu kommen. Die  Gegend wird trockener, die Straßen schlechter und die Klimaanlage im Bus fährt mittlerweile auf der aller höchsten Stufe. Die Insassen des Busses haben Ihre Kameras ausgepackt. Während man mit offenem Mund beim Fenster raussieht, hört man immer wieder das Klicken der Fotoapparate und Handys. 

San Pedro de Atacama

Das 5.600 Seelen Dorf am Rande der Atacama Wüste ist wohl der unwirklichste Ort an dem wir beide jemals waren. Immer wieder reden wir darüber, dass es hier aussieht wie in einem alten Western. Eine Stadt in der Wüste in der sich ein paar Gringos nach einem Banküberfall versteckt haben oder jeden Moment der El Mariachi mit seinem Gitarrenkoffer um die Ecke kommt. Der Ort befindet sich auf 2.500 Metern Seehöhe und ist ideal zum akklimatisieren bevor es in höhere Regionen geht. Dieser Ort ist im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Das Dorf scheint von Vulkanen umgeben zu sein. Licancabur (Berg des Volkes) zur Grenze Boliviens ist wohl der beeindruckendste Vulkan hier in der Gegend. Knapp 6.000 Meter hoch und immer mit einer kleinen Schneehaube bedeckt. Unglaublicher Anblick wenn man hier zur Mittagszeit bei 35 Grad schwitzt und die Schneeränder der Berge ringsum betrachtet.

 

Wir haben 4 Tage in San Pedro verbracht. Das Problem in dieser kleinen Stadt ist, es führen alle Wege nach San Pedro aber nur wenige hinaus. Es ist garnicht so einfach eine gute Bus Verbindung Richtung Norden zu finden. Da wir nach Peru wollen haben wir in einer Nacht-& Nebel-Aktion beschlossen den 12 Stunden Nachtbus bis nach Arica an der Grenze Chile / Peru zu nehmen. Im Nachhinein gesehen die beste Entscheidung. Man steigt um halb 10 Abends ein - versucht zu schlafen und wenn man Glück hat pennt man ganz gemütlich durch. Am Morgen packt man seinen Backpack und ist bereit für einen neuen Tag in einer neuen Stadt 700 Kilometer entfernt.

Wir wissen nicht wie es mit Mietautos hier läuft, weil wir uns ehrlich gesagt überhaupt nicht informiert haben. Uns war von Anfang an klar, wir wollen diese Strecke mit dem Bus bereisen und wir können das nur jedem weiterempfehlen. Wir haben es sehr genossen ganz entspannt die unbeschreibliche Umgebung auf uns wirken zu lassen. Ganze 2.700 Kilometer haben wir mit TurBus einem der größten chilenischen Busunternehmen zurückgelegt. Ein richtiges Abenteuer…

 

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