In 80 Tagen um die Welt? Naja, zumindest mal bis Peru

Ja, es ist doch schon 80 Tage her, dass wir mit vollen Hosen und zeitgleich einem Grinser bis über beide Ohren in unser bisher größtes Abenteuer gestartet sind. Höchste Zeit mal kurz über Emotionen und Illusionen zu reflektieren und die Karten auf den Tisch zu legen...

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Eine heiße Dusche (inkl. Wasserdruck), hygienisch zubereitetes Essen, funktionierendes Internet und ein Bett ohne Krabbeltierchen. Die in unserem bisherigen alltäglichen Leben am meisten unterschätztesten Dinge, stellen sich für uns mittlerweile als die Glücklichmacher Nummer 1 heraus. 

 

Während das Leben aus dem Rucksack, mit einem Minimum an materiellem Besitz für uns überhaupt noch keine Entbehrung darstellt (ok ok manchmal vermissen wir oder besser gesagt unsere Haare, einen Föhn!), merken wir wie das Bedürfnis nach Geborgenheit immer wichtiger wird. 

 

So beginnen wir zum Beispiel jeden neuen Aufenthalt (mehr als drei Tage) in einer neuen Unterkunft damit, sie uns etwas heimeliger und gemütlicher herzurichten. Mittlerweile sind wir diesbezüglich schon ein gut eingespieltes Team. So kommt es, dass wir es sogar schon in einem, sagen wir mal charmant, Rattenloch geschafft haben etwas Gemütlichkeit entstehen zu lassen. 

Vermissen tun wir bis jetzt, mal abgesehen von unseren Familien und Freunden, eigentlich noch garnichts. Obwohl wir ehrlich gesagt hin und wieder gerne eine Wurst oder Leberkäsesemmel essen würden. Aber selbst als sich die Gelegenheit dazu bereits zweimal in Afrika ergeben hätte (German Restaurant!) haben wir die heimische Küche bevorzugt.

 

Wo bekommen wir was zu Essen, was gibt´s zu entdecken und überhaupt wo können wir unsere Wäsche waschen??? In einem neuen Ort oder einer neuen Stadt anzukommen ist jedesmal sehr aufregend für uns. Sich zurechtzufinden stellt dennoch hin und wieder eine Herausforderung da. Während wir von manchen Orten gerne gleich mal weiterziehen, haben wir in anderen wiederum öfter das Gefühl noch viel länger bleiben zu wollen. 

 

Eine Vorstellung, welche sich für uns bereits als Illusion entpuppt hat, betrifft das Leben in einem Hostel. Anfangs glaubten wir - dieses Hostel-Leben wird super! Leute aus aller Welt die Nachts am Lagerfeuer sitzen ein paar Bierchen gemeinsam trinken und Ihre Erfahrungen austauschen. Zugegeben, es ist hier und da passiert aber in 95% der Fälle kommt man Abends in den Gemeinschaftsraum oder in den Garten und er ist leer oder es sitzen zwei desinteressierte Reisende vor Ihren Smartphones - mehr als ein "Hey, what's up?" kommt dann meistens nicht aus dieser Richtung. Nunja vielleicht haben wir bis jetzt auch einfach nur Pech mit den Hostels gehabt - wir hoffen es zumindest - denn wir freuen uns immer wieder sehr neue Bekanntschaften zu machen.

 

Wir hatten Momente in denen wir vor Glück Tränen in den Augen hatten, genauso wie Tage an denen wir einfach nur erschöpft waren. Es gab Stunden der unendlichen Freiheit sowie das ungute Gefühl nicht sicher zu sein. Es gab bereits Staunen und Ekel, Streit und Lachkrämpfe. Ja und manchmal sogar schon Heimweh. Aber immer und immer wieder das unbeschreibliche Gefühl genau das Richtige zu tun.

 

Tja und das Beste an der ganzen Sache ist, es kommen noch weitere 280 Tage auf uns zuuuuuuu : ) 

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Kommentare: 6
  • #1

    angie (Freitag, 17 März 2017 04:31)

    hallo,ihr ,
    danke für den ausführlichen bericht und die einblicke in euer abenteuer....kann es gar nicht glauben,dass schon 80 tage vergangen sind....weiterhin viel spaß und eine sichere reise!

  • #2

    Tanja und Christoph (Freitag, 17 März 2017 14:41)

    Hey :) ja wir können es selbst nicht glauben, wie schnell diese 80 Tage vergangen sind. Freuen uns immer sehr, dass Dir unsere Berichte gefallen! Liebe Grüße nach Newcastle, auch an Birgit und Julian! Tanja und Christoph

  • #3

    Alfred (Mittwoch, 22 März 2017 01:20)

    Diese tiefen Einblicke in euer Gedanken - und Gefühlsleben finde ich faszinierend. Das geht über das " bloße Beschreiben " eines Reiseverlaufes weit hinaus. Außergewöhnlich spannend und fesselnd für mich. Ich kann mich in einigem von dem ihr erzählt selber finden. Vor allem nach 2 faszinierenden Wanderwochen auf La Gomera, mit Wohn - und Schlafzimmer am Rücken. Auf der einen Seite die Neugier, andererseits etwas Angst. Da die pure Lust am Unterwegs sein, dort ein Anflug von Heimweh. Auf der einen Seite die enorme körperliche Anstrengung, als Gegenstück die tiefe Erfüllung. Das Wertschätzen des Einfachen, das Auskommen mit dem Minimum, das ganze " Eigentum " im Rucksack . Dieses unbeschreibliche Gefühl von Freiheit und Reichtum. Die Gewissheit: Das ist Leben! Es stimmt tatsächlich: " Arm ist nicht der der wenig hat, sondern jener der viel braucht ! Ihr werdet all diese Erlebnisse und Erfahrungen für immer tief in euch tragen . Eine solche Reise ist eine garantiert gewinnbringende Investition. Das Resultat ist Reichtum, der ewig bleibt. Ich freue mich für und mit euch!

  • #4

    Tanja und Christoph (Mittwoch, 22 März 2017 02:17)

    LIeber Alfred, danke für deine netten und wahrlich wahren Worte! Es ist wahr - man braucht nicht viel um glücklich zu sein. Zumindest nicht auf so einer Reise. Wir freuen uns sehr, dass auch Du in Euren 2 Wochen "raus-aus-der-komfort-Zone" in diese Phase eintauchen konntest! Wir denken auch, das sich diese "Investition" für immer rechnen wird!

    Liebe Grüße aus einer Welt die wir uns in Graz nie vorstellen konnten
    Peru - muss unbedingt auf Eure "Must-see-List!"
    Tanja und Christoph

  • #5

    Marie (Montag, 27 März 2017 10:33)

    Hey ihr zwei,

    ich bin gerade erst von einer neunmonatigen Reise zurückgekehrt und ich habe (natürlich gegen Ende mehr) ziemlich ähnliche Dinge wie ihr vermisst. Wusste vorher gar nicht, dass eine Dusche mit Wasserdruck so einen Luxus darstellt ;)

    Beim Essen ist natürlich das Brot ein Klassiker, den ich einfach überall im Ausland vermisse :D

    Bin schon gespannt wie es bei euch weitergeht. Immer wieder spannend Einblicke in den Reisealltag zu erhaschen.

    Liebe Grüße an euch
    Marie

  • #6

    Tanja & Christoph (Dienstag, 28 März 2017 02:36)

    Liebe Marie,

    danke für deine Zeilen! Ja es sind wirklich mittlerweile die kleinen Dinge die uns glücklich machen! Wow 9 Monate, klar da fehlt mal ein leckeres Brot oder eben eine gute Dusche! Hoffen du fühlst Dich aber nun auch zuhause wieder wohl! Liebe Grüße aus Peru
    Tanja und Christoph