Victoria Falls- zwischen Faszination und Beklommenheit

Eigentlich hab ich keine Ahnung mehr wie lange das her ist aber ich glaube schon sehr lange. Ich weiß auch nicht mehr wann und wo ich diese Dokumentation im Fernsehn gesehen habe. Was ich allerdings nie vergessen habe ist, dass ich völlig fasziniert von dem war was ich gesehen hatte. Unglaubliche Wasserfälle an denen Unmengen von Wasser hinabdonnerten. Ich konnte kaum glauben wie wahnsinnig groß dieser scheinbare Riss in der Erde war und mit welch einer gewaltigen Wucht die Wassermengen in das Erdinnere zu fließen schienen. 

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Ein magischer Ort in Afrika

Nachdem die Sendung aus war und ich nicht mitbekommen hatte wo sich dieser "magische" Ort befindet, begann ich zu recherchieren. Schnell stellte sich heraus, dass ich eine Dokumentation über die Victoria Falls gesehen hatte. Die Victoria Falls die sich zwischen Sambia und Simbabwe irgendwo in Afrika befinden. Mindestens genauso schnell wurde mir auch klar, dass ich dort womöglich niemals hinkommen werde. Aber wer weiß, dachte ich mir damals vor langer Zeit. Ich setzte sie einfach mal auf meine Liste. 

 

Im Landeanflug auf Sambia dachte ich wiedermal an diese Liste und das Gefühl die Falls bald "in echt" zu erleben war unbeschreiblich. Allerdings gestaltet sich unser Ausflug eindrucksvoller als erwartet. Klar sind wir davon ausgegangen, dass uns die Wasserfälle umhauen werden. Womit wir aber ehrlich gesagt nicht gerechnet haben war Livingston. Die "Touristische - Hauptstadt" wie sie von den Einheimischen genannt wird, beherbergt ca. 180.000 Einwohner und ist für die meisten der Ausgangspunkt zur Erkundung der Victoria Fälle. Soweit so gut, waren das so gut wie die einzigen Informationen, die wir im Vorfeld recherchieren konnten. 

 

Bereits bei unserer Ankunft am winzigen Flughafen merkten wir, dass hier sagen wir mal ein etwas anderer Wind weht. Kaum in der Ankunftshalle, wird unsere Körpertemperatur gemessen. Danach dürfen wir 50 US Dollar pro Kopf und Nase für ein Visum nach Simbabwe, welches uns einen Tagesausflug erlaubt, bezahlen. Zum Glück hatten wir US Dollar dabei! So, dann mal an den zwei Herren mit den Kalaschnikows vorbei zum Geldautomaten. Immerhin brauchen wir ja einige Sambische Kwachas (10 Euro = ca.100 Kwacha). Ok, der Bankomat nimmt nur Visa Kredtikarten! Gut, da die Gebühren für so eine Behebung viel zu hoch sind, muss ein neuer Plan her, Geldwechseln. Na zum Glück hatten wir auch noch reserve Euros dabei. Endlich wieder liquide, besteigen wir ein Taxi und fahren zu unserer Unterkunft.

 

 

Angekommen im wahren Afrika

Mit einer Mischung aus Neugierde, Unbehagen, Spannung und Beklommenheit fuhren wir durch die "Straßen" (betoniert ist lediglich die Hauptstraße) von Livingstone. Ziemlich schnell wurde uns bewußt, dass wir uns ganz und garnicht in der von uns vermuteten Touristen - Plastik - Welt befinden, sondern im wahren Afrika angekommen sind. 

 

Die Suche nach einer geeigneten Unterkunft, gestaltete sich im Vorfeld etwas schwierig. Wie so oft auf unserer bisherigen Reise, hatten wir die Wahl zwischen fast unbezahlbaren Luxus Tempeln und überteuerte Einzelbetten in 6er oder 12er Dorms. Nach sehr langer Suche sind wir dann auf die Ngoma Zanga Lodge gestoßen. Um knappe 43,- Euro pro Zimmer bekommt man hier eine wirklich nette und bemühte Hausherrin namens Jane, eine Kneippkur beim duschen, liebevoll hergerichtetes Frühstück (wenn man sich traut es zu essen), insgesamt 10 Minuten WLAN am Tag, eine Taschenlampe wegen den Stromausfällen und kleine krabbelnde Tierchen im- sowie ein romantisches Moskitonetz über dem Bett. 

 

Apropos... Moskitonetze haben hier nicht nur einen romantisch sondern auch einen lebenswichtigen Nutzen. Zwischen HIV, Ebola, Cholera und Typhus ist hier auch noch Malaria allgegenwärtig. Zu unserem Schutz haben wir neben dem bereits erwähnten Moskitonetz unter dem wir schlafen, auch noch einen eigenen Gelsenstecker, heimischen Insektenraumspray und unsere Nobite Haut- und Bekleidungssprays dabei. Impfungen, eine gut ausgestattete Reiseapotheke sowie die Einhaltung einiger Grundregeln bei der Nahrungsaufnahme können hier also schon was wert sein ; ) 

Die Viktoria Fälle

Warum ich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen letztendlich doch ziemlich krank wurde, könnte zum Beispiel daran liegen, dass im Supermarkt die Kakerlaken in den Regalen herum krabbelten, das Wasser aus dem Hahn leicht gelblich war, Fliegen ständige Begleiter sind genauso wie der Geruch von Fäkalien ständig in der Luft liegt. Oder aber auch wenn man einen Schluck aus dem Sambesi nimmt, so wie wir es bestimmt getan haben als wir endlich die Viktoria Fälle bewundern konnten.

 

Nach einer kurzen Aklimatisierungspause und einer noch kürzeren Taxi fahrt, standen wir also vor den Toren des Viktoria Falls Naturschutzgebietes in Sambia. Der Eintritt von 20 US$ pro Buddie bestätigte unsere Vermutung, dass zumindest die Preise in Livingstone und Umgebung dem Tourismus angepasst sind. So, dann noch schnell vorbei an einer Unmenge von beängstigend großen Pavianen und nicht weniger aufdringlichen Souvenierverkäufern und schon hört man das unglaubliche Donnern der Wassermengen.

"You will get wet" ruften uns die Poncho- Verkäufer noch hinterher, doch wir waren bereits so von diesem Donnern fasziniert, dass wir sie einfach ignorierten und wie von einer unsichtbaren Anziehungskraft getrieben wurden. Bis wir plötzlich den ersten Blick auf die Fälle erhaschen konnten. Neben dem in letzter Zeit häufiger auftretenden Phänomen der Ganzkörpergänsehaut, füllten sich ehrlich gesagt sogar meine Augen mit Tränen. Diese fast unbeschreibliche wunderbare Naturschönheit, zusammen mit der unglaublichen Dankbarkeit hier sein zu dürfen, hauten mich echt um. 

 

Tja und dann, dann wird man halt mal richtig durchgespült. Zwischen Oktober und April ist in Sambia Regenzeit angesagt. Zu dieser Zeit erreicht der Sambesi seinen Wasserhöchststand. Dementsprechend ist der sogenannte Sprühnebel der unfassbaren Wassermaßen ungefähr so, als wenn Du Dich unter eine voll aufgedrehte Dusche stellst : ))) Es dauerte also keine 5 Minuten und wir waren beide triefend nass und es war uns total egal. 

Auf nach Simbabwe

Zur Besichtigung der Falls gibt es drei gängige (oder zumindest uns nur bekannte) Möglichkeiten. Da wär zum einen die Besichtigung im Naturschutzgebiet von Sambia, ein 15 min. Helikopterflug um ca.150.- Euro pro Kopf und Nase (eher nix für Menschen mit Flugangst und kleinem Budget) und die Besichtigung im Naturschutzgebiet von Simbabwe.

 

Welche Möglichkeit die Beste ist, darüber lässt sich vermutlich lange diskutieren. Uns war jedoch klar, dass wir den Anblick der Falls auch unbedingt von Simbawe aus sehen möchten.

Also machten wir uns am nächsten Tag gleich mal auf die Socken. Mit Reisepass und Regenjacke ausgestattet (die natürlich völlig umsonst war, da wir trotzdem glitschnass wurden) fuhren wir zum Grenzübergang Sambia/Simbabwe.

"He, wie cool noch ein neuer Stempel im Pass" sagten wir uns und spazierten vorbei an bewaffneten Grenzbeamten, unzähligen LKWs, Pavian Horden und mehr als aufdringlichen Straßenhändlern. Nach ca.15 Minuten bei gefühlten 45 Grad, erreichten wir dann die Victoria Falls Bridge.

 

Die 128 Meter hohe Brücke, verbindet Livingstone/Sambia mit der Stadt Victoria Falls/Simbabwe und ist sogenanntes Niemandsland. Da gibt es doch tatsächlich Menschen die sich dort einfach so runter werfen (natürlich nur im Sinne von Bungeejumping) und alle anderen (einschließlich uns) bestaunen einfach nur den unfassbar wunderschönen Ausblick über die Schlucht.

 

So dann nochmal 15 min. zu Fuß und ein weiterer Stempel im Reisepaß und schon ist man in Simbawe. Der Eingang in das Naturschutzgebiet ist direkt hinter der Grenze und der Eintritt beträgt für Österreicher 30 US Dollar pro Person! Ja, richtig gelesen der Eintritt variiert nämlich abhängig von der Staatsangehörigkeit. 

 

Fazit

Mit 15 verschieden Aussichtspunkten und einem wunderschönen Spazierweg durch den tropischen Dschungel wird das Gebiet rund um die Simbawe Falls zu einem weiteren Highlight. Anders? Ja! Besser oder Schlechter? Weder noch.... einfach nur gleich unbeschreiblich wunderschön!!!

 

Atem- und Sprachlos gaben wir uns der Faszination dieses Fleckchens Erde hin und freuten uns über die Tatsache, so viel Zeit wie wir nur wollen hier verbringen zu können. Bestimmt einer der ganz ganz großen Vorteile wenn man auf eigene Faust die Umgebung erkundet. Selbst als es wie aus Eimern zuschütten begann, konnten wir einfach nicht aufhören zu staunen. Überglücklich und mit einer beängstigenden Ähnlichkeit mit zwei nassen Pudeln, kehrten wir nach Stunden in unsere Unterkunft zurück.

 

Alles in allem ein unvergesslicher Ausflug in eine völlig andere Welt. Beeindruckend, sehenswert, bedrückend und zum Teil schockierend. Jedoch jede Sekunde wert!!!

 

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Kommentare: 7
  • #1

    Andrea (Sonntag, 26 Februar 2017 16:10)

    Tolle Eindrücke - super beschrieben! Klasse!

  • #2

    Andrea Marka (Sonntag, 26 Februar 2017 16:19)

    So interessant zu lesen und super toll geschrieben! Man bekommt tatsächlich das Gefühl beinahe selbst dabei gewesen zu sein �� Freue mich schon auf weitere Berichte ! Bis dahin liebe Grüße aus der Heimat ☺️Andrea

  • #3

    Tanja und Christoph (Sonntag, 26 Februar 2017 16:40)

    Wow, gleich zwei Andrea's gefällt dieser Beitrag :-) schön zu hören! Freut uns sehr, dass Ihr so zahlreich dabei seid! Wir nehmen Euch ja gerne mit!
    Liebe Grüße zurück!
    Tanja und Christoph

  • #4

    angie (Sonntag, 26 Februar 2017 21:29)

    Danke fürs “mitnehmen“ zu den wasserfällen und der tollen beschreibung der eindrücke!

  • #5

    Tanja und Christoph (Montag, 27 Februar 2017 16:43)

    Hey! Sehr gerne! Schön das die Eindrücke gefallen! Es war wirklich gewaltig!
    Jeden Aufwand wert gewesen, wenn man mal vor diesen Wassermengen steht! :-)
    LIebe Grüße nach Australien!

  • #6

    Alfred (Montag, 27 Februar 2017 17:13)

    Ja, die Victoria Falls und Livingstone. 2007 waren wir dort und eure Beschreibung lässt nicht Erinnerungen aufkommen sondern auch Sehnsucht. Wir sind in einer Cessna mitten im Wald am Okavango gestartet, den Sambesi entlanggeflogen und dann die Falls! Sensationell! Livingstone?! Alleine das Flughafengebäude ist eine " Sensation ". Echt eine andere - jedoch faszinierende Welt! Weiterhin viel Spaß euch Zweien und liebe Grüße aus der Südsteiermark
    Alfred & Suzana

  • #7

    Tanja und Christoph (Montag, 27 Februar 2017 19:40)

    Hallo Alfred, hallo Suzana,

    ja das können wir uns denken, dass Euch diese Erinnerungen nicht so schnell aus den Köpfen geht. Also wir sind, trotz der Zeit die wir jetzt schon in Rio sind noch immer geflasht von diesem Anblick! Schön, dass wir euch ein wenig helfen konnten in Erinnerungen zu schwelgen.
    Liebe Grüße vom Zuckerhut
    Tanja und Christoph