Samba de Janeiro

Stell Dir die buntesten Farben, das lauteste Pfeifen, die dumpfesten Trommelschläge, die unglaublichsten Kostüme, Karnevalswagen so groß wie Mehrfamilienhäuser, das verrückteste Publikum und die schönsten Tänzerinnen und Tänzer der Welt vor...

Nein, das reicht noch nicht! Du musst es Dir noch größer, noch lauter, noch wilder vorstellen!

Ja vielleicht bist du jetzt annähernd dran aber eigentlich bist du noch immer weit entfernt!

Karnevals-Zeit im Sambodromo in Rio - die schillerndste und lauteste Party der Welt...

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Die Gelegenheit beim Schopf gepackt! 

Sind wir uns mal ehrlich, klar sag niemals nie aber wie oft kommt es vor, dass man zur Karnevals-Zeit in Brasilien und auch noch in Rio ist. Wir würden sagen - "Once in a lifetime!" "Los wir kaufen uns jetzt einfach diese Tickets!!" sagten wir uns schon nach wenigen Tagen hier in der Stadt am Zuckerhut!

 

Wir haben uns zuerst im Internet erkundigt - die Informationen waren alle eher schwammig bis nicht vorhanden - wir haben dann ein wenig auf der Straße gefragt und auch dort bekamen wir immer wieder die Antwort: "Ja geht zu diesem Hotel, der macht Euch einen guten Preis!" immer irgendwie komisch. Nun was wir nicht wussten und diese Information stand auch in keinem Reiseführer, dass sämtliche Hotels und auch unser Hostel hier in Rio Tickets für das große Karneval-Finale verkauften.

 

Nunja und jetzt fragst Du Dich - "Was haben die Beiden für die Tickets hinblättern müssen!?" Eines vorweg, wir haben die zweitgünstigsten Tickets genommen - aber auch auf den, im wahrsten Sinne des Wortes "billigen Plätzen" ist die Sicht ein Wahnsinn und man verpasst absolut nichts - also lasst Euch nichts einreden!

Das Sambodromo umfasst 13 Sektoren mit jeweils Stehplätzen, Boxen und natürlich VIP Bereichen. In Summe finden bis zu 92.000 Menschen Platz. 

Wir haben uns für Sektor 3 entschieden, preislich kein Unterschied zu 4 & 5. Grund für unsere Entscheidung war ein Insider Tipp von Stella unserer sympathischen Rezeptionistin in unserem Hostel. Die uns erklärte, dass in Sektor 3 hauptsächlich Cariocas (Einwohner von Rio de Janeiro) abfeiern. Die beliebtesten Sektoren sind 7,8 & 10. Eintritt in diesen Sektoren ab 200 EUR aufwärts pro Person. Sektor 9 ist der Touristen Sektor, eher weniger beliebt, denn dort bekommt man relativ wenig vom verrückten brasilianischen Publikum mit. 11, 12 und 13 sind begehrte Sektoren, da in diesen die Jury sitzt und die Samba-Schulen dort noch einmal richtig loslegen. Stella hat uns die Tickets besorgt und wir haben 470 Reais also rund 160 EUR pro Travel Buddy bezahlt. Nicht wenig, aber für ein Spektakel, welches um 22 Uhr beginnt und bis in die frühen Morgenstunden andauert immer noch ein Spottpreis.

Was passiert im Sambodromo eigentlich?

Die Vorausscheidung beginnt bereits am Donnerstag. Am Karnevalssonntag und -Montag treten die jeweils besten 6 Sambaschulen auf. Jede dieser Escolas tritt mit bis zu 5.000 Mitwirkenden an. Mit dabei sind Trommler, Tänzerinnen und Tänzer, Sänger sowie brasilianische Prominente jeglicher Art.

 

Jede Samba-Schule hat 80 Minuten Zeit, ihre Show am 700m langen Parade-Run-Way zu präsentieren. Jede Minute zu viel oder zu wenig gibt Punktabzug. Außerdem wird darauf geachtet ob das jeweilige Motto des Jahres eingehalten wird. Punkt 22 Uhr geht die Show los und sie dauert, solange sie dauern muss!

 

Jede Schule startet zuerst mal mit einem bombastischen Feuerwerk, welches in der ganzen Stadt zu sehen und zu hören ist. Danach kommen die ersten Trommler und Einheizer. Und dann geht die Show erst richtig los! Es wird geschrien, gepfiffen gejubelt aber vorallem Samba getanzt. Sowohl von den Schulen als auch von den tausenden Fans im Publikum.

Wie komme ich hin und retour und was darf ich mitnehmen?

Wie schon erwähnt beginnt das Finale um 22 Uhr. Es wird aber geraten und wir sprechen aus eigener Erfahrung, früh genug dort zu sein! Wenn wir sagen früh, dann meinen wir früh! Wir waren bereits um 18 Uhr im Sambodromo. Keine Sorge die Zeit bis zum Start vergeht wie im Flug, es gibt genug zu sehen und die ersten Samba-Klänge über die riesigen Lautsprecher verkürzen die Wartezeit.

 

Wir haben uns entschieden ein Uber Richtung Sambodromo zu nehmen. Der Fahrer hat uns direkt vor dem Eingang aussteigen lassen und wir waren in wenigen Minuten auf unseren Plätzen.

Nicht so beim Verlassen des Events. Wie Du Dir vielleicht vorstellen kannst sind Taxis hier sehr gefragt. Man ist mitten in der City und muss irgendwie nach Hause. Die Metro ist voll also muss ein Taxi her. Das wissen die Fahrer und dementsprechend werden auch die Preise gestaltet. Die Heimfahrt hat uns 5 mal soviel gekostet wie die Fahrt zum Sambodromo. Aber das war uns von Anfang an klar.

 

Wer trotzdem ein wenig sparen möchte der kann dies im Sambodromo selbst tun! Die Cariocas selbst machen aus dem Event ein riesiges Picknick. Sie kommen mit Ihren Kühltaschen gefüllt mit Bier und Sandwiches. Haben Ihre eigenen Sitzpolster mit und sind auch sonst auf alles andere eingestellt. Nun das bringt wohl die jahrelange Karneval-Erfahrung mit sich. 

Als kleines Fazit zum Schluss! Solltest Du zur Karnevals-Zeit in Rio de Janeiro sein, führt einfach kein Weg daran vorbei ins Sambodromo zu fahren - Punkt! ;-)

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Kommentare: 3
  • #1

    angie (Samstag, 11 März 2017)

    tolle eindrücke in wort und bild! danke für den ausführlichen bericht! :)
    ist sicher ein (wahrscheinlich) einmaliges erlebnis - schön, dass ihr es genießen konntet!
    lg (noch immer) aus australien :) :)

  • #2

    angie (Samstag, 11 März 2017 11:40)

    doppelt hält besser! :)

  • #3

    Tanja & Christoph (Sonntag, 12 März 2017 18:13)

    Ja das war wirklich ein super Erlebnis! Hoffen Dir geht es gut in Australien!
    Lass alle schön grüßen!
    Bis bald - melden uns bald mal wieder :)