Hakuna Matata an der Garden Route

Scheinbar unendliche Weiten, selbstgebrautes Bier, menschenleere Strände, Hippe Cafés, tosende Wellen, Affenbanden am Straßenrand, unfassbar schöne Küstenstraßen, Dürre und Dschungel, bedrückende Armut und protziger Reichtum, weiße Haie und planschende Touristen. Die (fast) unbeschreiblichen Eindrücke der Garden Route.... 

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Bunte Strandhäuschen, fliegende Holländer und lustige Frackträger 

Nachdem wir Kapstadt goodbye gesagt haben, ging es erstmal zum Flughafen unser Mietauto abholen. Rechtslenker, links Verkehr! AAAAAber garnichtmal so schlimm wie gedacht. Unser kleiner "Luis" (ist nämlich ein Ford Figo... ja ich glaub ihr wisst bescheid ; ) ) und passt ganz gut zu uns. Also sind wir erstmal nach Muizenberg gefahren und wollten uns mal ganz entspannt dem Surfer-Lifestyle hingeben. Tja und das es erstmal ganz anders gekommen ist als geplant und warum, könnt ihr hier in unserem Vlog genauer sehen. Nungut so sind wir dann am nächsten Tag in den National Park Cape Point zum Kap der guten Hoffnung aufgebrochen. Nach einer eineinhalb stündigen Fahrt und ca. 13.- Euro Eintritt p.P. später, waren wir am Ziel. 

Zuerst mal auf den Leuchtturm (Cape Point) und danach eine ca. 45 min. Wanderung zum Cape of good hope. Da standen wir dann am südwestlichsten Punkt Afrikas. Wohin man schaut, überall nur Meer! Unglaublich! Wir hielten kurz Inne, saugten diesen Ort und diese Atmosphäre auf und fühlten uns wie schon so oft die letzten Tage so unglaublich klein auf dieser Welt. Retour zum Mietauto - ein weiteres Highlight wartete noch auf unserem Weg zurück nach Muizenberg. Wer auf Pinguine steht und das tun wir Beide kommt um einen Besuch am Boulders Beach nicht herum! Um nur 5 Euro wird dort die Möglichkeit geboten den kleinen Frackträgern so nahe wie nirgends wo anders zu kommen! Badehose nicht vergessen, den am Boulders Beach ist es auch erlaubt mit den Kleinen zu schwimmen und zu tauchen - wenn Ihr nachkommt - ganz schön flink die Kleinen!

Bier und Nachos in Hermanus

Die zwei stündige Fahrt von Muizenberg bis nach Hermanus führte über eine wunderschöne Küstenstraße bei Gordon's Bay und weiteren Pinguin Hot-Spots in Betty's Bay. Dieser Teil der Küstenstraße führt entlang des Kogelberg Naturreservats und bieten einen beeindruckenden Aussichtspunkt nach dem anderen. Während der Fahrt sieht man links wunderschöne hohe Berge und rechts die tosenden Wellen des Atlantik. Nur wenige Kilometer weiter wechselt die Landschaft, in den bereits bekannten Anblick von Weinreben soweit das Auge reicht.

 

In Hermanus angekommen bezogen wir zum ersten mal ein richtig typisches Backpacker Hostel. Freundliche Leute aus aller Welt, die dickste Katze sowie der faulste Hund den wir je gesehen haben begrüßten uns herzlich. 

 

Hermanus ist neben Gansbaai und Mossel Bay das Mekka für das nicht ganz unumstrittenen Great-White-Shark-Diving. Bereits als wir unseren Südafrika-Trip planten sprachen wir immer wieder davon, ob dieses Erlebnis auf unsere Bucket-List soll. Während einer von uns vor Begeisterung kaum zu bremsen war, übte sich die andere eher in ängstlicher Zurückhaltung ; ) Die Unentschlossenheit wurde uns jedoch in Hermanus durch all zu stürmische Wetterbedingungen vorerst einmal abgenommen. Und somit "begnügten" wir uns erstmal mit selbstgebrauten Bier, den besten Nachos der Welt und romantischen Sonnenuntergängen. 

Auf den unendlichen Straßen nach L´Agulhas 

Unser nächster Stopp auf unserem Roadtrip führte in das zirka 130km entfernte Cape Agulhas. Viele behaupten ja "The Cape of Good Hope" ist der südlichste Punkt Afrikas - Nun falsch gedacht! Das Cape ist zwar der südwestlichste Punkt Afrikas, den südlichsten Punkt findet man jedoch in L'Agulhas. Von dort an geht es nur noch Richtung Antarktis. Des Weiteren ist der Ort dafür bekannt, dass sich der Atlantik und der indische Ozean hier treffen. Die Straßen rund um L'Agulhas sind schier unendlich und einsam. Sie erweckten bei uns zweierlei Gefühle. Einerseits fühlten wir uns unendlich frei. Jedoch flackerte immer wieder ein kleiner Gedanke auf diesen holprigen und mit Schlaglöchern übersäten Straßen durch unsere Köpfe: "Jetzt bloß keinen Reifenplatzer!" Jedoch veränderten sich die Landschaften auf dem knapp 3 stündigen Weg Richtung Mossel Bay im gefühlten Minutentakt.

Willkommen auf der Garden Route

Mossel Bay ist der offizielle Start Garden Route. Sie führt von eben dort über nur knapp 400 Kilometer bis nach Port Elizabeth. Sie ist ein Teilstück der Küstenstraße am Westkap und ein beliebter und belebter Hotspot für Besucher aus aller Welt. Aufgrund der stark überteuerten Unterkünfte in Mossel Bay haben wir beschlossen uns ein kleine Apartment im zirka 6 Kilometer entfernten Hartenbos zu nehmen. Im Nachhinein gesehen eine sehr kluge Entscheidung da wir einerseits den wundervollen Strand direkt vor unserer Haustür hatten und andererseits Mossel Bay uns nicht wirklich umgeworfen hat.

 

"Mossel Bay is only good for shark diving" Da hatte Nick unser neu gewonnener Freund aus Frankreich im Hostel in Hermanus leider recht. Nun war es also an der Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen. Wir sagten uns. Das ist eine einmalige Gelegenheit, im Hinterkopf immer wieder der Satz von Mike am Silvesterabend in Kapstadt: "You will shit your pants!" Auf dem Flyer des Unternehmens stand ein recht netter Slogan: "The good thing about Shark-Diving is that if you piss your pants nobody will notice!" Klingt vielversprechend! Das buchen wir jetzt! 

 

Leider kam es dann doch anders als geplant. Da unsere gebuchte Tour wegen zu viel Wind abgesagt wurde und wir bereits unsere Unterkunft in Plettenberg Bay gebucht hatten und weiter mussten verpassten wir die Chance auf den großen Weißen in Afrika. Unter dem Motto aufschoben ist nicht aufgehoben, gibt es die nächste Chance den großen weißen Hai in die Augen zu blicken für uns in einem halben Jahr in Australien.

Wilderness, Knysna und Co.

Das einzige Gute an der abgesagten Great-White-Shark-Tour war, dass wir bereits am frühen Morgen startbereit für den heutigen Roadtrip nach Plettenberg Bay waren. Unser erster Stopp führte uns in das charmante Wilderness. Nach einem leckeren Frühstück in einem zuckersüßen Cafe (siehe Geheimtipps - Don't miss) verbrachten wir einige Stunden am Strand. Der ab sofort zu Tanja's Lieblingsständen zählt! Da wir wie bereits erwähnt uns am indischen Ozean befinden konnten wir sogar das erste Mal bei erträglichen Temperaturen im Meer schwimmen. Der Atlantik ist zu dieser Jahreszeit einfach zu kalt! 

 

Entlang des Knysna-River erreichten wir dann nach knapp 2 Stunden unser Tagesziel - Plettenberg Bay. 

Über die höchste Brücke Afrikas bis nach P.E.

Die eher bescheidene Unterkunft in Plettenberg Bay wurde durch einen atemberaubenden Ausblick auf den Ozean wieder wett gemacht. Des weiteren sollte hier unbedingt erwähnt werden, dass wir in "Plett" das erste Mal richtig afrikanisch gegessen haben und davon begeistert waren. (und das obwohl wir zum ersten Mal die Gelegenheit gehabt hätten eine Leberkäs-Semmel zu essen (Hermans German Imbiss Bude mitten in Plettenberg ;-) )

 

Von Plettenberg führt die Garden Route Ihre Besucher direkt durch den Tsitsikamma National Park. (Mautgebühr zirka 3,50 EUR) Neben Affenbanden am Straßenrand ist die berühmte Bloukrans Brücke ein absolutes Must see! Todesmutig stürzen sich begeisterte Touristen die 217 Meter hohe Brück an Bungee Seilen (Sprung mit Seil 60 EUR; ohne immer gratis ;-)) hinunter. "Nix für uns, nur schaun!"

 

Nach einem Mittagessen in Jeffrey's Bay haben wir dann letztendlich die letzten Kilometer der insgesamt 250km Etappe bis nach Port Elizabeth zurückgelegt. Somit sind wir am offiziellen Ende der Garden Route angekommen. 

 

Was wir in Port Elizabeth beziehungsweise im nicht weit entfernten Addo Elephant National Park erlebet haben, erfahrt Ihr im nächsten Blog

 

Nützliches und unnützes Wissen über die Garden Route

  • Lass Dir Zeit um die unterschiedlichen Eindrücke wirken zu lassen
  • Aufgepasst! Affen queren sehr gerne die Straßen 
  • Du kannst an jeder Tankstelle mit Karte bezahlen! Manchmal bekommst Du sogar eine gesamte Autowäsche während des Tankens dazu ; )
  • In 5 von 10 Unterkünften (meist über Booking.com gebuchte Cottages) brauchst Du ein Telefon um mit den Vermietern bei Deiner Ankunft in Kontakt zu treten
  • Hab immer ein wenig Kleingeld für die Parkwächter griffbereit
  • Einheimische nennen Plettenberg Bay ganz einfach Plett
  • Ein selbst mitgebrachter Gelsenstecker kann hier Leben retten - zumindest die Stimmung
  • Du bist Selbstversorger? - Dann ist Pick and Pay der richtige Laden für Dich. Findest du in jeder größeren und auch kleineren Stadt hier in Südafrika
  • Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 120 km/h - wird von Südafrikaner ignoriert.
  • Einheimische nennen Port Elizabeth - P.E.

Don´t miss!!!

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Kommentare: 5
  • #1

    Irene (Freitag, 27 Januar 2017 17:55)

    So spannend zu lesen! Ich bin bei Superlativen ja immer skeptisch, aber in eurem Fall glaub ich's aufs Wort (Katze, Nachos, Sonnenuntergänge, Strand...) *smile* Weiterhin viel Spaß on the road!

  • #2

    Sonja (Freitag, 27 Januar 2017 18:34)

    Ich lese eure Beiträge immer gerne und mit Begeisterung ihr schreibt sie genial (weiter so). Es freut mich das es euch gut geht und wünsche euch noch viele weitere unvergessliche Momente on the Road ��

  • #3

    Angie (Freitag, 27 Januar 2017 19:56)

    Wieder ein sehr schöner, lustiger und informativer Beitrag! Genießt weiterhin die Sonne, das Meer, die einzigartige Tierwelt undundund :) Schön, dass es euch gut geht!

  • #4

    Tanja und Christoph (Freitag, 27 Januar 2017 20:10)

    Danke Ihr lieben! Finden es so schön, dass Euch unsere Beiträge und Gedanken gefallen und finden es schön, dass Ihr weiterhin so begeistert bei uns im "Reisegepäck" mitreist ;-)
    Sind froh, dass es Euch allen gut geht!
    Senden ganz liebe Grüße nach Hause
    Tanja und Christoph

  • #5

    Heike (Freitag, 27 Januar 2017 21:02)

    Toller Reisebericht, man hat fast das Gefühl als wäre man mit dabei....