Geronimooooooooooo.... oder der unglaubliche Mut der Ängstlichen!

Rasender Puls, schnelle Atmung und plötzliche Schweißausbrüche....
All diese Symptome zeige ich, wenn ich Christoph nackt aus der Dusche kommen sehe.
Oder aber auch wenn ich in Situationen bin in denen ich mich leider nicht so wohl fühle. Genauer gesagt wenn ich Angst habe!
Bild: Weltreise Blog

Angst

Ist eigentlich eine sehr nützliche Sache für unser Leben. Ohne Angst würden wir einfach mal mit dieser lustigen grünen Giftschlange im Garten spielen, dem netten Herren mit der Pistole in der Hand eine Freundschaftsanfrage auf Facebook schicken oder einfach mal auf die Vorbereitung der wichtigen Präsentation fürs Büro pfeifen. Tja ihr merkt schon worauf ich hinaus will: Angst ist Lebenswichtig!!!

Die Top Ten der Ängste

 

10  Hunde

9   Nachts alleine zu Hause sein

8   Blitz und Donner

7   Spinnen und Insekten

6   Enge Räume

5   Fliegen

4   Nagetiere

3   Höhen

2   Eine Rede halten

 

And the winner is ..... die gute alte Schlange!

 

 

 


Angst wird erst dann zu einem Problem, wenn sie ein ständiger Begleiter wird. Wenn Angst viel zu lange andauert, man nicht mehr dagegen ankommt und selbst schon das Gefühl hat das sie ein unrealistisches Ausmaß annimmt, wird sie zum Problem. Ein weiterer Hinweis darauf das Ängste nicht mehr, sagen wir mal "gesund" sind ist der, wenn man beginnt sein Leben einzuschränken. Der Verzicht auf Dinge die eigentlich Spaß machen sollten oder Aktivitäten die man früher immer gerne gemacht hat, sollte ein Grund dafür sein sich professionelle Unterstützung zu holen. 

Angst, Ängstlichkeit und Angsthasen

Der Unterschied zwischen Angst und Ängstlichkeit wird im wissenschaftlichen Kontext so definiert, dass Angst als akuter Zustand verstanden wird. Als kleines Beispiel möchte ich hier ein zufälliges Zusammentreffen eines Wanderers mit einem Bären im Wald nennen. Ängstlichkeit hingegen wird als eine Art Persölichkeitseigenschaft interpretiert. Wenn man also dazu neigt, Situationen als sagen wir mal "bedrohlicher" zu interpretieren als andere Personen es tun oder tun würden. Solche Situationen kommen dem ein oder anderen Leser jetzt bestimmt bekannt vor.

Auch mir sind solche Situationen leider nicht fremd. Besonders dann nicht, wenn ich in ein Flugzeug steige. Ja richtig gelesen! Ich habe mega Schiss vorm fliegen. Während andere die Aussicht bewundern und sich auf das Essen freuen, sitze ich total verkrampft da und checke die Notausgänge (wohl wissend, dass die mir eh nichts nützen werden). Ja, ich weiß was Ihr jetzt denkt! Wie komm sie dann eigentlich auf die Idee in einem Jahr rund um die Welt zu fliegen?

Tja die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Erstmal dauert zu Fuß gehen einfach zu lange und dann kenne ich da noch die ein oder andere hilfreiche Methode wie man seinen Ängsten die Stirn bieten kann.

Entspann Dich!

In angstauslösenden Situationen kann durch die Anwendung von Atem- und Muskelentspannungsübungen relativ rasch und unkompliziert eine Beruhigung der gesamten Situation herbeigeführt werden. Weil unser Körper nicht gleichzeitig angespannt (angst-haben) und entspannt sein kann.

Zu recht einfachen aber effektiven Entspannungstechniken zählen zb. folgende Atemübungen:

  • Lege Deine Hand auf Deinen Bauch
  • Atme kräftig durch die Nase ein und achte darauf, dass sich die Hand auf Deinem Bauch hebt
  • Halte einen Momentlang die Luft an ; )
  • Dann langsam ausatmen
  • Kurze Pause dann nochmals kräftig einatmen und dabei bis vier zählen
  • Atem kurz anhalten und beim ausatmen langsam bis sechs zählen
  • So und das ganze wird jetzt ca. fünf Minuten lang wiederholt

 

oder:

  • Denke an ein für Dich entspannendes Wort (zB. Ruhe, Gelassenheit, Ohhhmmmm oder Schuhe... ganz egal)
  • Mach es Dir bequem
  • Augen zu (bitte nicht beim Autofahren ausprobieren, wenn Du der Fahrer bist)
  • Jetzt langsam aber laut das Wort aussprechen und wiederholen
  • Senke Deine Stimme dabei langsam immer weiter und weiter
  • Wenn irgendwelche Gedanken dazwischen kommen, lass sie einfach zu und dann ziehen....
  • Mach das mal so 15 Minuten lang

 

und dann noch der Klassiker:

  • Tief durch die Nase einatmen
  • Atem anhalten und bis sechs zählen
  • Langsam mit leicht geöffneten Lippen ausatmen, dabei ein leichtes zisch Geräusch machen und bis acht zählen
  • Das ganze ca. 10 mal wiederholen

Sollte das regelmäßige Atmen am Anfang etwas schwer fallen, dann lass Dir einfach Zeit. Du wirst sehen von Minute zu Minute wird dein Atem ruhiger werden und Du übrigens auch.

 

Lass los...
So und jetzt möchte ich Dir noch eine wahnsinnig tolle Muskelentspannungsübung vorstellen. Am besten ist Du probierst sie gleich mal aus..... na los.....
  • Mach es Dir bequem
  • Atme tief und langsam ein und aus und spüre bei jedem ausatmen wie Dein Körper entspannter wird
  • Balle deine Hände zu einer Faust und halte die Spannung für ca. 10 Sekunden
  • Spüre wie die Anspannung entweicht und die Entspannung eintritt
  • Jetzt sind die Arme dran
  • Unterarme bis zur Schulterhöhe beugen und fest anspannen
  • Nach einigen Sekunden, wieder entspannen
  • Jetzt für einige Sekunden die Schultern hochziehen, am besten bis zu den Ohren und Deine Muskeln anspannen
  • Danach wieder los lassen und das Gefühl der Entspannung nachfühlen
  • So und mit diesem Prinzip geht es jetzt weiter mit sämtlichen anderen Körperteilen
  • Schulterblätter nach hinten ziehen, halten und wieder los lassen
  • Gesicht anspannen (Stirnrunzeln, Kiefer aufeinander beißen, Augenbrauen nach unten drücken .... oder Du stellst dir einfach kurz vor, eine nette alte Dame hat sich wieder einmal beim Arzt vorgedrängt) und gleich wieder entspannen
  • Kopf vorsichtig nach hinten ziehen und damit den Nacken anspannen und entspannen
  • Dazwischen immer wieder das Gefühl der Entspannung bewusst wahrnehmen und ruhig atmen
  • Jetzt kommen noch die Bauch- Brust- und Pomuskeln, Spannung halten und los lassen
  • Und schon sind wir bei den Beinen
  • Spann die Oberschenkel, Waden und auch die Zehen kräftig an, halten, entspannen und nachspüren
  • Zum Abschluss solltest Du Dir nochmals etwas Zeit nehmen um das Gefühl der Entspannung ganz Bewusst wahrzunehmen und auf Dich wirken zu lassen.  

Das tolle an diesen Techniken ist nicht nur das sie fast immer und überall durchführbar sind (zb. im Büro, im Zug oder in der Achterbahn) sondern auch, dass sie durch regelmäßiges Üben, Angstzustände schon vorzeitig abfangen können. Außerdem helfen sie auch sehr gut gegen Stress und Schlaflosigkeit.

Der unglaubliche Mut der Ängstlichen

Viele Menschen neigen leider immer noch dazu, ängstliche Personen zu belächeln und mit Unverständnis zu reagieren. Das macht die ganze Situation natürlich noch schwerer für die oder den Betroffenen. Sprüche wie: "Du brauchst doch keine Angst haben" oder "Es wird schon nichts geschehen" sind in Momenten der Angst ungefähr so hilfreich wie Duschgel in der Sahara. Die Ängste einer anderen Person bewusst und ernst zu nehmen ist schon mal der erste Schritt in die richtige Richtung. Zeige Akzeptanz und Verständnis. Aber vor allem halte Dir selbst und Deinem ängstlichen Gegenüber mal vor Augen, wie viel Mut die ängstliche Person eigentlich gerade jetzt in dieser Situation aufgebringt um sie zu erleben.

Eines noch...

Über Angst gibt es noch sehr viel zu sagen und noch viel mehr, um dagegen etwas zu unternehmen. Allerdings liegt es ganz alleine in Deiner Hand etwas zu tun! Sich zu quälen, ständig zu jammern oder bestimmte Situationen ganz und gar zu vermeiden, werden auf Dauer deine Lebensqualität enorm einschränken. Lass das nicht zu!!!

In diesem Sinne möchte ich Dir noch ein altes aber richtig gutes russisches Sprichwort mit auf die Reise geben:

 

"Schau der Angst in die Augen und sie wird zwinkern!"

 

Für mich bedeutet das, dass ich weiterhin in Flugzeuge steigen, in einem Käfig zu den Haien tauchen, unbekannte Länder erforschen, Löwen aus nächster Nähe fotografieren und selbst gekochtes von Christoph essen werde.

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Kommentare: 4
  • #4

    Tanja & Christoph (Freitag, 09 September 2016 07:02)

    :) genau Birgit :) die online Seminare sollen ja da schon sehr ausgereift sein ;)

  • #3

    Birgit (Freitag, 09 September 2016 05:09)

    Christoph, ansonsten kannst ja sicher bei Humboldt von unterwegs aus auch kochen lernen hihihi ;)

  • #2

    Christoph (Donnerstag, 08 September 2016 21:40)

    Danke :) ja ich glaube das bekommen wir in diesen 2 Monaten in einem schnell-"sieder"-kurs hin ;) LG Christoph

  • #1

    Angie (Donnerstag, 08 September 2016 19:04)

    am kochen kann ja ab November noch gearbeitet werden! :)

    wirklich toller Beitrag!